Illustrationen von Robert Crumb. Aus dem Amerikanischen von Sabine Hedinger. Jeder, der Edward Abbeys' schräge Heldengeschichte heute liest, wird insgeheim den Wunsch verspüren, der guten Sache wegen irgendetwas in die Luft jagen zu wollen. Ganz so wie Bonnie Abbzug, Seldom See Smith, Doc Sarvis und George Washington Hayduke es tun: Abbeys' sympathische Saboteure, die mit Unmengen Dynamit und viel Leidenschaft die Projekte derer in Schutt und Asche legen, die die Natur im großen Stil ausbeuten und zerstören.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2011
Okay, dass die Ökobewegten der 70er Jahre noch nicht ganz so konsequent waren, wie man sich das heute vorstellt, und ihre Bierdosen in die Landschaft geschmissen haben, wenn sie loszogen, um ein paar Ölkonzerne zu sabotieren, kann Martin Zähringer verkraften, wenn er diesen im Original 1975 erschienenen Roman von Edward Abbey liest. Dafür faszinieren ihn der Einfallsreichtum der wilden Anarchistentruppe, Abbeys Dokumentation des amerikanischen Raubbaus an Baum und Strauch und die pastorale Beschreibung der Natur, wie sie sein sollte, umso mehr. Gerade in seiner Widersprüchlichkeit scheint ihn das Porträt der frühen, durch Vietnam und Woodstock geprägten Bewegung zu begeistern. Zusammen mit der gelungenen Übersetzung von Sabine Hedinger und den Bildern von Robert Crumb ergibt das für Zähringer einen dollen Anarcho-Thriller.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2010
Nach Christoph Schröders begeisterter Meinung handelt es sich bei Edward Abbeys 1975 erschienenen Roman um vier "Ökoterroristen", die sich gegen Umweltzerstörung im Süden der USA wehren, um ein "Kultbuch". 1985 wurde das Buch, das bereist die Gründung zahlreicher Umweltschutzorganisationen motiviert hatte, von Robert Crumb illustriert und liegt nun in einer "hübschen" deutschen Ausgabe vor, freut sich der Rezensent. Bei aller satirischen Überzeichnung der vier Protagonisten und der geistreichen Komik verspürt Schröder dahinter ein ernsthaftes Engagement für die Umwelt, auch wenn ihn jede Menge "bekiffter Zeitgeist" aus den 70ern anweht. Und geradezu dankbar stellt er fest, dass Abbeys Helden von "innerer Notwendigkeit" und trotzigem Widerstand angetrieben werden, der nichts mit dem Radical Chic mancher Ökoaktivisten von heute zu tun hat.
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