Aus dem Französischen von Gabriela Zehnder. Diese Erzählung erschien erstmals im Jahr 1928. Der Leser tritt augenblicklich ein in das trostlose Leben des vorzeitig gealterten Jean-Antoine About. Von den Mitbewohnern des Hauses wird er gemieden, jeder geht ihm aus dem Weg. Fast alleinige Ansprechpartnerin für ihn ist Mathilde, seine Haushälterin. Dann trifft ein Telegramm ein, eine Botschaft seiner Tochter Edmonde. Lange braucht es, ehe das verbarrikadierte Bewußtsein Abouts es überhaupt zuläßt, daß es seine Tochter ist, die ihn benachrichtigt hat. Ganz im Sinne der unerhörten Begebenheit dringt man in Form einer Rückblende in das Leben dieses scheinbar Gescheiterten ein. Wird der äußerlich inzwischen liederliche, sich hermetisch abschließende Vater einen Neuanfang zulassen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2001
Unaufhörlich findet das Werk des 1945 verstorbenen französischen Schriftstellers Emmanuel Bove Eingang in den deutschen Buchmarkt, beobachtet Tilman Spreckelsen. Auch die Übersetzung von "Ein Vater und seine Tochter" - entstanden 1927 - verspricht, die erzählerische Qualität des Autors zu halten, meint der Rezensent. Der Inhalt ist schnell erzählt: Antoine About hat seine Tochter Edmonde verstoßen. Nach Jahren nimmt die Tochter wieder Kontakt zum Vater auf, kann aber dessen Verwahrlosung und Abkapselung von der Welt nicht ertragen. Damit knüpft Bove wieder einmal daran an, einen Einzelgänger zu porträtieren, dessen Einsamkeit in seiner Unfähigkeit zu kommunizieren wurzelt, so der Rezensent. Bove erzähle unterkühlt, mit nüchterner Effizienz und markiere damit den Abstand, der sich zwischen seinem Protagonisten und dessen Umgebung einstellt. Spreckelsen findet den Roman düster, aber lesenswert.
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