Folio Verlag, Wien - Bozen 2026
ISBN
9783852569284 Gebunden, 288 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof. Ein grenzüberschreitender Roman über eine furchtlose Frau. Iris und Relja kehren mit der Mutter zurück in das zerstörte Haus im Grenzland zu Bosnien. Die Geschwister und der Nachbarsjunge Nino durchstreifen das entvölkerte Dorf, baden im Fluss, erkunden Körper. Iris den eigenen und den von Nino. Nino hingegen träumt von ihrem Bruder Relja. Die symbiotische Dreierbeziehung zerfällt, Nino und Relja gehen fort, die eigenwillige Iris bleibt zurück. Kneipen, Lkw-Kabinen, Autorückbänke. Kompromisslos erkämpft sich Iris ein selbstbestimmtes Leben an der Schwelle zum neuen Jahrtausend, bewahrt sich ihre seelische Unversehrtheit in einer verwüsteten Welt. Rebellion und Selbstermächtigung einer jungen Frau, die auf den Ruinen der Väter eine Zukunft bauen muss.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.03.2026
Eine "faszinierende literarische Stimme" aus Kroatien vernimmt Rezensentin Stephanie von Oppen in diesem Roman von Ena Katarina Haler über die Folgen des Jugoslawienkrieges. Die Mutter Lenka kehrt mit Tochter Iris und Sohn Relja in ihr Heimatdorf nahe der bosnischen Grenze zurück, das vom Krieg zerstört wurde. Die drei treffen dort aber auch alte Bekannte wieder, zum Beispiel Nino, mit dem Iris und Relja ihre Zeit verbringen. Erinnerungen spielen hier eine wichtige Rolle, erklärt die Kritikerin, dabei darf man als LeserIn nicht ungeduldig sein, denn Halers Stil ist geprägt von Redundanzen, was eine geradezu meditative Stimmung aufkommen lässt. Die Kritikerin kann in teilweise sehr intimen Einblicken die Dynamiken zwischen den drei Teenagern erfahren, die gemeinsam ihre Sexualität erleben, aber auch versuchen, mit dem von Traumata geprägten Ort umzugehen. Später werden die beiden Jungen das Dorf verlassen, verrät die Kritikerin, Relja wird für eine "furchtbare Mission" zurückkehren. Auf ganz eigene Weise macht die Autorin der Rezensentin hier klar, wie der Krieg auch die Unschuldigen zu schuldigen werden lässt.
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