Herausgegeben von Leopold Kohnund Peter A. Schmid. Der Band enthält einerseits Arbeiten, die als Dissertation an der Universität Zürich einzureichen geplant war, zum anderen Aufsätze aus dem Grenzgebiet zwischen Philosophie und Judaistik. Insgesamt ergibt sich ein sehr guter Überblick über das Schaffen von Erdös, das immer wieder um Aristoteles, Spinoza, Kant und insbesondere Hegel kreiste, aber auch von der Dialektik Gershom Scholems fasziniert war, wovon hier zwei Aufsätze zur Kabbala zeugen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2004
An diesem "sorgfältig herausgegebenen Band", so der "upj" zeichnende Rezensent, fasziniere zunächst einmal die Lebensgeschichte Ernst Erdös'. Es handelt sich bei diesem um einen österreichischen Juden, der 1937 gezwungen war, sein Chemiestudium statt in Wien in der Schweiz fortzusetzen, und der später zu einem international anerkannten Experten auf seinem Gebiet wurde, wenngleich ihn jedoch seine Leidenschaft für die Philosophie nie losgelassen habe, so dass er noch nach seiner Pensionierung begann, Philosophie und Geschichte zu studieren. Diese Leidenschaft sei allerdings weit mehr als ein bloßes Hobby gewesen, da Erdös' "stupende historische Beschlagenheit" seine Schriften, deren Großteil als Dissertation hätte eingereicht werden sollen, zu einem "intellektuellen Genuss" mache, wie der begeisterte Rezensent feststellt.
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