Herausgegeben von Helmuth Kiesel. Unter Mitarbeit von Friederike Tebben. Im Schützengraben schien der Erste Weltkrieg für Ernst Jünger vor allem ein Abenteuer - im Rückblick eine "unvergleichliche Schule" des Lebens. Erstmals werden in diesem Band seine kleineren Schriften zu den Kriegsjahren wie "Das Wäldchen 125" und "Feuer und Blut" versammelt, kritisch ediert und kommentiert.
Ergänzend zum "Kriegstagebuch 1914-1918" und der historisch-kritischen Ausgabe der "Stahlgewitter" vereint "Krieg als inneres Erlebnis" Jüngers wichtigste autobiografische Schriften und Aufsätze zum Ersten Weltkrieg, die für das Verständnis des "Dichtersoldaten" relevant sind. Der Erste Weltkrieg wird für Jünger dabei zu einem Paradigma der Moderne schlechthin, ihrer Spaltung in mehrere weltanschauliche Lager und einer ungekannten Aggressivität. Diese Position unterzieht er in späteren Reflexionen wie seiner Ansprache zu Verdun einer Überprüfung. Helmuth Kiesel schafft mit seiner editorischen Aufbereitung sowie sorgfältigen Kommentierung die Grundlagen für eine Beurteilung von Autor und Werk.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2016
Fast uneingeschränktes Lob vergibt Hans-Christian Riechers an die von Helmuth Kiesel sorgfältig edierte und kommentierte Ausgabe mit Ernst Jüngers Schriften zum Ersten Weltkrieg. Besonders erhellend findet der Rezensent, wie diese Ausgabe das sich permanent revidierende "Subjekt hinter der Selbstinszenierung des hochdekorierten Stoßtruppführers" sichtbar macht. Dass der Band aber über die Texte aus den Zwanzigerjahren hinaus auch jene altersmilden Äußerungen aus den Achtziger- und Neunzigerjahren einschließt und dem Autor damit die Gelegenheit gibt, sich selbst noch einmal zu kommentieren, bringt den Band für Riechers in eine "völlig unnötige Schieflage".
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