Eva Rieger

Isolde. Richard Wagners Tochter

Eine unversöhnliche Familiengeschichte
Cover: Isolde. Richard Wagners Tochter
Insel Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783458642923
Gebunden, 344 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Eigentlich war Isolde von Bülow, geboren am 10. April 1865, die Lieblingstochter ihrer Mutter Cosima. Für ihren leiblichen Vater Richard Wagner war sie sein "wunderliches Wunderkind". Sie dichtete und komponierte schon als Dreizehnjährige, gestaltete Theaterkostüme, und die Feministin Malwida von Meysenbug, eine Freundin der Familie, empfahl die Ausbildung ihres "starken hellen Soprans". Auch Cosima wollte für ihre Tochter nur das Beste - nämlich eine gute Partie. Die war der Musiker und Dirigent Franz Beidler, den Isolde im Dezember 1900 heiratete, nicht. Ihm fehle die "vornehme Gesinnung" - so Cosima, die ihn nach guter Zusammenarbeit vom Bayreuther Hügel verbannte, als er sich weigerte, einen Dirigiertermin zu übernehmen. Isolde rächte sich, als sie der Mutter zukommen ließ, ihr geliebter Sohn Siegfried sei homosexuell - damals ein schweres Vergehen. Die Folge: Isolde wurde die Herkunft als Tochter Richard Wagners aberkannt und ihr Sohn damit enterbt. Eine beispiellose Schlammschlacht begann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2023

Zwei neuen Biografien um Familienangehörige des Wagner-Clans widmet sich Rezensentin Marianne Zelger-Vogt: Zunächst wäre da Eva Riegers Biografie der Wagner-Tochter Isolde zu nennen. Sie ist, wie Zelger-Vogt rekapituliert, das erste Kind von Richard Wagner und der Liszt-Tochter Cosima, die zum Zeitpunkt der Geburt allerdings noch mit dem Dirigenten Hans von Bülow verheiratet ist, was den rechtlichen Status Isoldes verkompliziert. Die durchaus künstlerisch-musikalisch interessierte und begabte Isolde heiratet den Dirigenten Franz Beidler, der sich mit Cosima und ihrem von ihr vergötterten Sohn Siegfried überwirft, lernt die Kritikerin. Das führte dazu, dass Isolde und ihr Mann aus Bayreuth verstoßen wurden und Isolde der Status als Wagners Tochter aberkannt wurde. Wie das vonstatten ging, dazu kann Rieger Informationen auch aus dem "eu aufgetauchten Nachlass Beidlers" schöpfen, so die Kritikerin, die das Buch mit großem Interesse gelesen hat.

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