Eher unwegsames, theoretisch eher höher gelegenes Gelände hat Dietmar Kammerer mit diesem Sammelband betreten, das ahnt man gleich. Der Band versammelt einundzwanzig Beiträge, die nach Informationen des Rezensenten über mehrere Jahre im Rahmen verschiedener interdisziplinärer Diskussionen entstanden sind. Eher locker ist also der Zusammenhalt der Texte, die sich mit Film, Avantgarde und Biopolitik im weitesten Sinne auseinander setzten und mit viel Foucault und Agamben im Gepäck die Möglichkeiten erkunden, das Leben abzubilden, mit der Kunst zu versöhnen oder gegen ökonomisch Optimierungen zu verteidigen. Kammerer erwähnt Beiträge von Thomas Elsässer, Hito Steyerl oder Astrid Deuber-Mankowsky und gibt zu verstehen, dass der Großteil der Texte nur für theoretisch fundierte Leser geeignet ist, ein Kompliment, das wir gern auch an den Rezensenten selbst richten.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…