Mit einem Vorwort von Dimitri Mereschkowski. Herausgegeben von Martin Bertleff. Utopischer Sozialist, dann Monarchist, mystischer Nationalist, Slawophiler, Panslawist, orthodoxer Christ ... all das war er, aber nicht immer ganz: er war mehr. Der politische Dostojewski hat heute keine gute Nachrede. Seine Prognosen haben nicht getroffen, doch seine Diagnosen stimmen nachdenklich. Auch wer heute über Rußland nachdenkt, sollte nach der politischen Publizistik des Giganten greifen, die seit langem auf Deutsch nicht greifbar war. Die Einleitung von 1922 von Dimitri Mereschkowski stellt auf Dostojewskis spirituelle Politikauffassung ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2015
Ulrich Schmid entdeckt Fjodor Dostojewski in seinen politischen Schriften einmal mehr als Vertreter erzkonservativer Positionen. Wenn der Autor seine "russische Idee" vertritt, fühlt sich Schmid an die großen Romane des Russen erinnert. Hier wie dort, so Schmid, lässt der Autor Figuren seine teils extremen Meinungen zur russischen Krankheit und ihrer Heilung durch Rückbesinnung auf die wahre russische Kulturidentität aussprechen, um sich unangreifbar zu halten. Insofern zeigt diese auf klassische Übersetzungen zurückgreifende Neuausgabe für den Rezensenten, inwiefern der Autor als Bezugsfigur der heutigen russischen Staatsideologie taugt, und darüber hinaus, dass Dostojewskis hoch künstlerische polyphone Kompositionsweise auch im Essay zum Einsatz kommt.
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