Florian Huber

Rache der Verlierer

Die Erfindung des Rechtsterrors in Deutschland
Cover: Rache der Verlierer
Berlin Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783827014122
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Die Geschichte des rechten Terrors in Deutschland begann nicht mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten, sondern mit einer Verschwörung gegen die deutsche Demokratie und einer blutigen Mordserie vor genau 100 Jahren. Die Täter in der frühen Weimarer Republik hatten schon die gleichen Motive, Ressentiments und Ziele wie die Rechtsterroristen von heute. Ihre tödliche Entschlossenheit beruhte auf Milieus und Gefühlswelten, auf Strukturen und Netzwerken, die überall wieder möglich und nie ganz verschwunden sind.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.10.2020

Für Rezensentin Susanne Billig will Florian Huber mit seinem Buch über die politischen Morde zu Beginn der Weimarer Republik zu viel und liefert zu wenig. Thematisch interessant findet Billig das Buch gleichwohl, etwa, wenn der Autor daran erinnert, dass der Rechtsterror in Deutschland eine lange Geschichte hat, angefangen mit Hermann Erhardts "Organisation Consul" und ihren Morden an Spitzenpolitikern. Wie Huber Beweggründe des Terrors erfasst und Walther Rathenau als dessen Opfer vorstellt, überzeugt Billig jedoch nicht ganz, zu groß die Geste, zu wortverliebt der Stil, findet sie. Außerdem psychologisiert ihr der Autor zu sehr und vernachlässigt darüber das Politische. Dass der Autor Erhardt mit Björn Höcke und Anders Breivik in Zusammenhang bringt, findet Billig kurios.