Johannes Radke, Toralf Staud

Neue Nazis

Jenseits der NPD: Populisten, Autonome Nationalisten und der Terror von rechts
Cover: Neue Nazis
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2012
ISBN 9783462044553
Kartoniert, 272 Seiten, 9,99 EUR

Klappentext

Trotz des Auffliegens der "NSU"-Terrorzelle wird die Gefahr weiter unterschätzt: Die extreme Rechte in Deutschland hat sich in den letzten Jahren zugleich radikalisiert und verbürgerlicht und die emsige Verbotsdiskussion um die NPD lenkt die Aufmerksamkeit in die falsche Richtung. Mit den "Autonomen Nationalisten" (AN) ist eine junge und äußerst gewaltbereite Neonazi-Strömung entstanden. Sie kopiert den popkulturellen Stil der Linksautonomen und bietet Action, wirkt anziehend auf Jugendliche. Dazu trägt auch die rechte Musikszene bei. Anhänger der AN sind mehrfach mit Vorbereitungen zu Terroranschlägen aufgeflogen. Am gemäßigten Rand der Szene erstarkten die Rechtspopulisten. Gruppen wie "Pro Deutschland" und "Die Freiheit" versuchen mit islamophoben Inhalten an nationalkonservative und bürgerliche Positionen anzuknüpfen und "die Partei zum Sarrazin-Buch" zu werden. Zwischen diesen Polen wird die früher dominierende NPD womöglich zerrieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.12.2012

Sehr informativ fand Rezensent Jan Bielicki dieses Buch über die "neuen Nazis". Neu an ihnen, hat er gelernt, ist, dass sie "radikaler und bürgerlicher" (der Rezensent zitiert hier die Autoren) sind als die Altnazis in der NPD. Besonders die "Autonomen Nationalisten" würden sich - wenigstens äußerlich - kaum noch von linken Autonomen unterscheiden. Interessant fand Bielicki auch, dass die Autoren nicht viel davon halten, die NPD zu verbieten, weil sofort neue Gruppen bereit stünden, die NPD-Anhänger aufzunehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2012

Den Autoren Toralf Staud und Johannes Radke traut Peter Carstens offenbar zu, Radikalisierungsprozesse in Neonazikreisen verlässlich zu beschreiben. Dass beide seit Jahren rechtsextreme Bewegungen beobachten, weiß er jedenfalls. Wenn Staud und Radke nun die Formierung der Zwickauer Zelle nicht in der "schlappen" NPD verorten, sondern in sich im Aufschwung befindenden sogenannten "freien Kameradschaften", kann er diese Argumentation nachvollziehen. Zumal der Überblicksband ihm gut sortiert erscheint und die Autoren das Überraschungspotenzial "erlebnisorientierter" Jungnazis in all seiner Grässlichkeit eindrucksvoll darzustellen vermag.
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