Die Gefahr, die von der AfD ausgeht, wird im öffentlichen Diskurs nicht abgebildet. Die Partei wird verharmlost, indem sie etwa als "rechtspopulistisch" bezeichnet wird. Dabei hat sie sich längst zu einer rechtsextremen Partei entwickelt. Ihre Gewaltbereitschaft wird regelmäßig ausgespart. Zugleich erzielt sie hohe Zustimmungswerte, und Vertreter:innen demokratischer Parteien grenzen sich nicht genügend von ihr ab. Cremer zeigt eine Entwicklung, die angesichts der deutschen Geschichte lange nicht für möglich gehalten wurde. Die Strategie der AfD droht aufzugehen, wenn sich der Umgang mit ihr nicht grundlegend wandelt.
Vermehrt wird in letzter Zeit über ein Parteiverbot der AFD diskutiert, in Hendrik Cremers Buch lassen sich für den Rezensenten Leon Holly jetzt noch einmal wichtige Argumente dafür nachlesen. Dazu zählen die Verfassungsfeindlichkeit der völkischen Ideologie und die Gefahr der Aushöhlung des Staates, erfahren wir. Holly hätte sich größere definitorische Trennschärfe gewünscht: So macht er klar, dass zwischen den 1930er Jahren und heute doch gravierende Unterschiede bestehen, die Cremer leider weitestgehend ausblendet. Keine "politische Tiefenanalyse", aber eine gute Zusammenfassung der Ziele der AFD, schließt der Kritiker.
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