Berlin Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783827015310 Gebunden, 240 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Christian Lotz (30) lebt als queerer Single in einer sächsischen Kleinstadt. Jeden Sonntag trifft er sich mit seinen Eltern zum Sektfrühstück, unter der Woche arbeitet er im Fitnessstudio. Muskulös und gutaussehend - seine Mutter schwärmt, er sehe aus wie David Beckham Anfang der 2000er -, ist er innerlich von Unsicherheit geplagt und sorgt sich im Grunde um alles: Wie wirkt er auf andere? Warum findet er nicht den richtigen Mann? Was bringt die Zukunft in Zeiten von Klimawandel, Rechtsextremismus und Pandemien? Und ist er nicht vielleicht längst unheilbar krank, wie ihm seine täglichen Internetrecherchen weismachen wollen? Seine Antwort ist stets die größtmögliche Katastrophe. So wächst in Christian eine existenzielle Angst, die bald keinen Anlass mehr kennt. Erst als seine Lage unübersehbar wird, öffnet er sich seinem Umfeld - und erfährt: Geteilte Angst ist halbe Angst. Und manchmal braucht es bloß einen Funken Mut."
Rezensentin Beate Tröger bewundert an Res Sigusch und seinem Debütroman um einen schwulen Fitnesstrainer in einer ostdeutschen Kleinstadt die verhaltene Komik und den bewussten Verzicht auf so manche Pointe. Stattdessen bietet Sigusch laut Tröger eine beeindruckende Charakterstudie eines Mannes auf der Suche nach Sicherheit und eine "lebendige Milieustudie" dazu. Auch wenn der Text seine Konstruktionsprinzipien mitunter allzu offen zeigt, wie Tröger feststellt, überzeugt sie die Balance zwischen den persönlichen Sehnsüchten der Figur und der tristen Stimmung in der Provinz. Dass der Roman dennoch keine Resignation transportiert, sondern von Toleranz und Solidarität erzählt, erscheint Tröger gleichfalls bemerkenswert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.01.2026
Laut Rezensent Stefan Mesch lädt der Roman von Res Sigursch zum Nachdenken über nichtbinäre Identitäten in Schieflage ein. Die Geschichte um einen queeren Fitnesstrainer aus Sachsen, der mit Selbstzweifeln und Zwangsneurose zu kämpfen hat, erzählt Sigursch mit Humor und ohne vorzuführen oder schönzureden, findet Mesch. Auch die Nebenfiguren haben mitzureden, sodass aus der Hauptfigur kein Klischee wird, freut sich Mesch, der gern mehr liest über Rechtsruck und Schwulsein in der sächsischen Provinz, solange es so schlau und unzynisch daherkommt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…