Renato Ciscneros

Die Entfernung, die uns trennt

Roman
Cover: Die Entfernung, die uns trennt
Secession Verlag, Zürich 2019
ISBN 9783906910550
Gebunden, 383 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Steven Uhly. Als Sohn eines der wichtigsten Generäle der peruanischen Militärdiktatur, des Generalobersts Luis Federico Cisneros, genannt El Gaucho, hatte Renato Ciscneros Einblick in die Vorgänge hinter den Kulissen, die uns Europäern praktisch unbekannt sind. Doch der berüchtigte El Gaucho hütete noch ein ganz anderes, schmerzhaftes Geheimnis: die große, ihm verwehrte Liebe seiner Jugend. Renato Cisneros erzählt von der Suche nach diesem Geheimnis seines Vaters. Sie offenbart, wie der Konflikt zwischen Leidenschaft und Konvention Menschen über Generationen hinweg formt, deformiert und wiederkehrende Muster erzeugt. Der Roman spiegelt auch den Wandel, den Südamerika durchläuft: Eine quälende, aber auch befreiende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Quälend, da El Gaucho seinen Freunden Jorge Videla und Augusto Pinochet in nichts nachstand. Befreiend, da die Entdeckung des Dramas, das diesen gefürchteten Mann ein Leben lang verfolgte, dem Sohn die Liebe zum eigenen Vater rettet.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.05.2019

Die Zeit der großen Diktatorenromane ist noch nicht vorüber, weiß Rezensent Marko Martin nach der Lektüre von Renato Cisneros "Die Entfernung, die uns trennte". Der 1976 in Lima geborene Autor erzählt die Geschichte seines Vaters - Militär, Minister und Erzgauner, der sich selbst "El Gaucho" nennen ließ und stets mit Uniform und Sonnenbrille, manchmal auch mit Degen an der Seite auftrat. Diese Montur, erklärt Cisneros junior, sei jedoch nur eine Hülle gewesen, unter welcher der Macho seine Verletzungen versteckte. Verletzungen, die Renato Cisneros in seinem Buch offenlegt, so Martin. Dabei erreicht er laut Kritiker zwar nicht jene "stilistische Dichte" eines Mario Vargas Llosa. Dennoch brilliert sein Text durch eine kristalline Klarheit und Härte, lobt Martin, die sich jeglicher Gefühligkeit verwehrt und den Roman in die Nähe der literarischen Reportage rückt. Äußerst spannend und fundiert berichtet der Autor vom Aufstieg und Fall des Luis Federico Cisneros - eine alte und dennoch aktuelle Geschichte, so der begeisterte Rezensent.
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