Konrad Paul Liessmann

Was nun?

Eine Philosophie der Krise
Cover: Was nun?
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2025
ISBN 9783552075726
Gebunden, 240 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Wir leben in einer Zeit der Krisen. So weit, so schlecht. Aber wie zeigen sich diese Krisen? Welche Bereiche unseres Lebens, Denkens und Handelns sind davon betroffen? Und stecken in den Krisen auch tatsächlich die viel beschworenen Chancen? Eines ist klar: Krise bedeutet kein "Weiter wie bisher". Konrad Paul Liessmann entfaltet ein Panorama unserer krisengeschüttelten Welt und wirft einen Blick auf Einrichtungen, Vorstellungen, Überzeugungen, Emotionen und Denkweisen, die nun zur Disposition stehen. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 22.09.2025

Ein weiteres starkes Buch legt Konrad Paul Liessmann hier vor, findet Rezensent Arno Orzessek, der sich nicht daran stört, dass das meiste, was er hier liest, bereits andernorts veröffentlicht wurde und hier nun in überarbeiteter Form vorliegt. Klug denkt Liessmann unter anderem über den titelgebenden Begriff der Krise nach, ansonsten schreibt er mit Lust an der Provokation, ohne je in die Polemik abzugleiten. Seine Angriffsziele finden sich laut Orzessek eher links als rechts, er ist nicht der Ansicht, dass Parteien in "demokratisch" und "undemokratisch" sortiert werden sollen und glaubt, dass auch Opfer Machtpolitik betreiben können. Intellektuell Pate steht insbesondere Nietzsche immer wieder, außerdem schreibt Liessmann nicht nur zu Aufregerthemen wie Cancel Culture oder Meinungsfreiheit, sondern auch, bildungsbürgerlich beflissen, über Humor, Mobilität und anderes. Auserklärt wird das Megathema "Krise" hier sicher nicht, schließt Orzessek, aber man kann in diesen Gedankenfragmenten viele schöne Gegenwartsbeobachtungen finden, an die man selbst - auch mit Widerspruch - gut anschließen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2025

Als eine willkommene Intervention beschreibt Rezensent René Schlott Paul Liessmanns Buch über die Allgegenwart von Krisen. Tatsächlich handelt es sich um eine Sammlung teils schon anderswo publizierter Beiträge, die für die Buchveröffentlichung erweitert wurden, erfahren wir, der Tonfall ist durchweg originell, auch zeichnet sich Liessmanns Schreiben durch Meinungsstärke aus. Schlott freut sich darüber, dass Liessmann nicht nur überall Krisen ausmacht, sondern auch nach Lösungen sucht und sich dabei von unkonventionellen Philosophen wie Spinoza und Nietzsche helfen lässt. Insgesamt schreibt der Autor laut Schlott gegen den Zeitgeist an, etwa wenn er in Klimafragen vor Alarmismus warnt, die staatliche Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Organisationen kritisiert oder Parteiverbote als undemokratisch brandmarkt. Liessmann plädiert insbesondere für eine möglichst weit verstandene Meinungsfreiheit und der Rezensent findet, dass sich andere Intellektuelle nicht nur in dieser Hinsicht eine Scheibe bei ihm abschneiden könnten. Insofern ist Liessmanns Buch, meint Schlott, eine willkommene Abwechslung angesichts vieler anderer, deutlich weniger mutiger und außerdem oft staatsnaher Wortmeldungen.

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