Aus dem Französischen von Sophia Sonntag. Gilles, 35 Jahre alt, Redakteur bei einer linksliberalen Pariser Tageszeitung, erfolgreich und gutaussehend, der in Paris ein ausschweifendes Junggesellenleben führt, leidet an Lebensüberdruss und Depressionen. Verzweifelt flieht er in die Provinz zu seiner Schwester. Dort lernt er auf einer Abendgesellschaft die attraktive, gutsituierte Nathalie Sylvener kennen, die sich augenblicklich in ihn verliebt und Gilles mit ihrer Unbefangenheit und Offenheit entwaffnet. Wie die Heldinnen Flauberts, Stendhals und Balzacs wirft in Sagans Roman Nathalie ihre bürgerlichen Fesseln ab, um dem geliebten Mann zu folgen. In Paris bewegt sich die kluge und ernsthafte Frau jedoch wie ein Fremdkörper zwischen den leichtfertigen, oberflächlichen Pariser Freunden, und der wankelmütige Gilles fühlt sich ihrer bedingungslosen Liebe nicht gewachsen …
Trotz seines einwandfreien Stils stimmt mit dem achten Roman von Françoise Sagan irgendetwas nicht, wundert sich Ursula März. "Ein bisschen Sonne im kalten Wasser" ist der erste Roman der Autorin, der aus der Perspektive eines Mannes geschrieben ist, weiß die Rezensentin, aber daran hapere es nicht - viel mehr ist es die Geschichte selbst, die historischer anmutet als es sein Schauplatz in und um das Paris des Jahres 1967 hergibt, das Buch schmeckt nach neunzehntem Jahrhundert, so März, die den Liebesselbstmord der Protagonistin zu pathetisch für die Zeit der Kulturrevolution findet.
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