Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin trugen maßgeblich zum Aufbau und zur Konsolidierung der Bundesrepublik und der DDR bei. Wie und mit welchem Personal dies nach dem Nationalsozialismus geschah, zeigt eine Forschungsgruppe unter Leitung von Frank Bösch und Andreas Wirsching anhand von bisher unbekannten Archivakten. Die Autorinnen und Autoren verdeutlichen, welche politischen Folgen die jeweiligen Prägungen der Mitarbeiter hatten und wie sich die Verwaltungskultur in Ost und West veränderte.
Im Bundesinnenministerium, so wird differenziert belegt, stammte die Mehrheit der Beamten aus der Bürokratie des Nationalsozialismus. Viele verschwiegen ihre Vergangenheit, die kaum überprüft wurde. Sie passten sich in die Demokratie ein, aber oftmals bestanden autoritäre Denkmuster fort, die sich in politischen Entscheidungen niederschlugen.
Als Forschungsteam verfasst von Frank Bösch, Martin Diebel, Frieder Günther, Franziska Kuschel, Lutz Maeke, Stefanie Palm, Maren Richter, Dominik Rigoll, Irina Stange und Andreas Wirsching.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2018
Eckart Conze begrüßt die vom Bundesministerium des Innern beauftragte Studie von Frank Bösch, Andreas Wirsching und ihren Mitarbeitern beim Institut für Zeitgeschichte. Laut Conze gelingt es den Autoren, zeithistorisch Weiterführendes vorzulegen, indem sie bei der Darstellung der NS-Belastung von Ministerien und Behörden in der Nachkriegszeit West- sowie Ostdeutschland in den Blick nehmen. Wichtig erscheint Conze neben der statistischen Feststellung die Untersuchung konkreter Auswirkungen auf die Sachpolitik in Fallstudien zu Ärzten, Wissenschaftlern und Beamten, die etwa die Opferentschädigung verhinderten. Auch die Frage nach möglichen Alternativen zur Beschäftigung von NS-Belasteten diskutieren die Autoren laut Conze dankenswerterweise.
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