Ist die Welt der Lohnarbeit eine seelenlose Maschine und sind Angestellte nur Rädchen im Getriebe des Systems? Anhand empirischer Fallstudien analysiert Lisa Herzog die Natur von Organisationen aus einer normativen Perspektive: ihren regelgebundenen Charakter, die Art, mit geteiltem Wissen umzugehen, Organisationskulturen und ihre Beziehung zur Moral. Sie untersucht, wie individuelles Handeln und Organisationsstrukturen ineinandergreifen müssten, um moralische Fallgruben zu vermeiden, und entwickelt die Idee eines "transformativen Handelns" - eine kritische, kreative Art, sich auf die eigene Rolle in einer Organisation einzulassen und dabei grundlegenden moralischen Normen verpflichtet zu bleiben.Weiter geht es um politische und institutionelle Veränderungen, die nötig wären, um Organisationen in eine gerechte Gesellschaft einzubetten. Ob wir uns dem "System" unterwerfen oder versuchen, es zurückzuerobern, ist eine Frage von größter politischer Wichtigkeit in unserer globalisierten Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2021
Rezensent Stefan Kühl hat Zweifel an den Vorschlägen der Philosophin Lisa Herzog und ihren moralphilosophischen Überlegungen für moralisches Handeln in Organisationen. Dass es problematisch ist, Organisationsmitgliedern die moralische Deutungshoheit zu überlassen, weiß Kühl. Ob die Moralphilosophie selbst aber deshalb als bestimmende Instanz taugt, wie die Autorin suggeriert, möchte er bezweifeln. Nach welchen Orientierungspunkten richtet sich ein solcher moralischer Katalog?, fragt er sich. Wenn die Autorin schreibt, dass die Verringerung von Machtunterschieden in Organisationen Machtmissbrauch verringert, verweist Kühl auf eine anderslautende Forschung und auf die Vorteile einer Hierarchie.
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