Frederic Beigbeder

Oona und Salinger

Roman
Cover: Oona und Salinger
Piper Verlag, München 2015
ISBN 9783492054157
Gebunden, 304 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Eines Nachts im verrauchten Stork Club im New York City der 40er-Jahre. Der aufstrebende Schriftsteller J.D. Salinger begegnet einer Frau, deren mystische Schönheit ihn in seinen Bann zieht: der fünfzehnjährigen Oona O'Neill. Einen Sommer dauert ihre Liebesgeschichte, bis der Zweite Weltkrieg ihr ein Ende setzt. Jerry meldet sich zur Armee, und Oona geht nach Hollywood. Die glühenden Liebesbriefe des jungen Autors bleiben unbeantwortet, denn Oona lernt den späteren Vater ihrer acht Kinder kennen: Charlie Chaplin. Jerry wird Oona nie vergessen - war sie gar die Inspiration für seinen Welterfolg "Der Fänger im Roggen"?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2015

Unter den zahlreichen Neuerscheinungen zu J. D. Salinger hebt Rezensent Thorsten Gräbe vor allem Frederic Beigbeders Roman "Oona und Salinger" hervor, der auf der wahren Liebesgeschichte zwischen dem Autor und der späteren Ehefrau Charlie Chaplins beruht. Ganz angetan zeigt sich der Kritiker von Beigbeders Kunst, mit fesselnden Bildern und Stilmitteln historisch Belegtes und eigene literarische Einfälle zu verbinden. Nicht zuletzt dankt Gräbe dem Autor für seinen Verweis auf einige weniger bekannte frühe Erzählungen Salingers. Und so verzeiht der Rezensent auch gern die ein oder andere überflüssige Provokation in diesem lesenswerten Buch.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.04.2015

Willi Winkler hält sich lieber nicht lange auf mit Frédéric Beigbeders Buch über sein Idol J. D. Salinger. "Oona und Salinger" ist für ihn ein verquasselter Annäherungsversuch, eine Biografie-Erfindung, für das der Autor eigens in die USA reist, um dann doch nur, wie Winkler bedauernd feststellen muss, eine romanhafte Hommage zu schreiben, die Salinger selber verflucht hätte, wie der Rezensent vermutet. Warum? Weil er sehen müsste, was sein Werk an zwanghafter Bekenntnisliteratur hervorgebracht hat. Oder interessiert wirklich jemanden, wieso Beigbeder mit 45 viel jüngeren Frauen nachläuft?, fragt Winkler. Oder wie er sich Salingers Briefe an die blutjunge Oona O'Neill vorstellt - drastisch und vulgär?

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2015

Ein Meisterwerk, jubelt Tilman Krause. Wie Frédéric Beigbeder in seiner biographie romancée "Oona & Salinger" die schicksalhaften Vierzigerjahre aufleben lässt, die kurze Romanze zwischen dem späteren Kultautor J.D. Salinger und der späteren Chaplin-Gattin Oona O'Neill einfängt und dabei so viel Wahrheit über das Schreiben und die Liebe zutage fördert, das lässt das Herz des Rezensenten höher schlagen. Dass sich dieser "hochraffinierte, witzige, anspielungsreiche, selbstreferentielle Roman" stets bewusst ist, dass sich objektive Wirklichkeit nicht erzählen lässt, macht ihn in Krauses Augen den konventionellen Realismus angloamerikanischer Prosa haushoch überlegen. Und wenn es am Ende noch zu einem späten Wiedersehen zwischen den Protagonisten kommt, stellt der Rezensent gerührt fest: "Beigbeder kann auch Kitsch."

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