"Der dritte Mann" rangiert unter den besten Filmen des 20. Jahrhunderts. 1948 in London und Wien uraufgeführt, prägt er bis heute das Bild Wiens entscheidend mit und ist Teil der kulturellen Identität dieser Stadt geworden. Nach der Blockade Berlins waren Ost und West hier als einzigem Ort der Welt zur Zusammenarbeit trotz Kalten Krieges gezwungen - was sich nicht zuletzt in einer regen Spionagetätigkeit in Wien als der Nahtstelle zwischen Ost und West manifestierte. Die Historikerin Brigitte Timmermann erzählt die schillernde Entstehungsgeschichte des "Dritten Mannes" vor dem Hintergrund europäischer Nachkriegs- und Filmgeschichte. Besondere Berücksichtigung findet die Bedeutung Wiens als Filmstadt und als Drehort dieses in einzigartiger Zusammenarbeit des britischen Filmteams mit der österreichischen Filmindustrie entstandenen Werks. Ein mit teils erstmals veröffentlichtem Bildmaterial gestalteter Fotoessay des Filmemachers Frederick Baker begleitet den Text.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2003
Ein Standardwerk mit kleinen Abstrichen, urteilt Thomas David über diese Monografie zu Carol Reeds Filmklassiker "Der dritte Mann". Das akribisch recherchierte Buch habe, was der Cineast begehrt, nämlich detaillierte Informationen über die Dreharbeiten, über die Hauptpersonen - Regisseur Carol Reed, Star Orson Welles und Autor Graham Greene - und über Randfiguren wie den Darsteller des kleinen Hansl, der den Filmmob auf den Falschen hetzt; dazu jede Menge hübscher Nebensächlichkeiten. Brigitte Zimmermann führt den Leser als enthusiastische Kennerin durch Wien, den Drehort und Schauplatz der Films, lobt der Rezensent, und Frederick Baker habe informative und zum Teil rare Fotos zu einem Bildessay kompiliert. "Der dritte Mann", von unzähligen Geheimnissen umgeben, sei jene damit eigentlich los: "Im Timmermann-Baker ... steht irgendwo alles drin." Das einzige Problem, über das der Rezensent stolperte: Es fehlt ein Register, mit dessen Hilfe man ihnen auf die Spur kommt.
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