Friederike Schotters

Frankreich und das Ende des Kalten Krieges

Gefühlsstrategien der équipe Mitterrand 1981-1990
Cover: Frankreich und das Ende des Kalten Krieges
De Gruyter Oldenbourg Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783110595642
Gebunden, 462 Seiten, 59,95 EUR

Klappentext

Das Bild der französischen Präsidentschaft zwischen "Zweitem Kalten Krieg" und deutscher Wiedervereinigung ist in der Forschung bislang von großer Ambivalenz geprägt. Die Studie erforscht erstmals die politischen Handlungsstrategien von François Mitterrand und seiner außenpolitischen Regierungsmannschaft zwischen "Zweitem Kalten Krieg" und deutscher Wiedervereinigung. Mit dem Ende der Entspannung zwischen Ost und West, Blockierungen in der europapolitischen Zusammenarbeit und transatlantischen Konflikten wurde der Übergang von den 70er zu den 80er Jahren von Zeitgenossen als umfassende Krise empfunden. Zudem trat François Mitterrand das Amt des französischen Präsidenten in der Erwartung eines gewaltigen politischen Umbruchs an: Er ging davon aus, dass die Sowjetunion auf mittelfristige Sicht zu geschwächt sein würde, um die Dominanz über ihr Imperium aufrecht zu erhalten. In den 1980er Jahren entwickelte die équipe Mitterrand Ideen und Konzepte zu einer umfassenden Neustrukturierung der internationalen Staatenwelt. Erstmals werden in der Studie systematisch emotionshistorische Ansätze genutzt, um politische Handlungsstrategien zu erforschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2019

Ulrich Lappenküper, Vorstand der Bismarck-Stiftung, hält nicht besonders viel von dieser Studie, in der die Historikerin Friederike Schotters die französische Außenpolitik unter François Mitterrand neu deutet. Rezensent Lappenküper glaubt an die Macht als entscheidende Energie in den internationalen Beziehungen und ist davon überzeugt, dass Mitterrand das genauso sah. Mit der Schotters' Annahme, Mitterrand habe zusammen mit seinen Mitarbeiter an einer multilateren Weltordnung gearbeitet, gar an einem Prozess der Vertrauensbildung, kann er nichts anfangen. Wie genau Schotters das versteht, verrät Lappenküper allerdings nicht. Aber er hat zu jeder Aussage der Autorin ein Gegenzitat parat. Immerhin gesteht er ihr zu, durch Auswertung der umfangreicher Archive sein Wissen erweitert zu haben.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…