Friedrich von Schiller

Schillers Pitaval

Merkwürdige Rechtsfälle als ein Beitrag zur Geschichte der Menschheit
Cover: Schillers Pitaval
Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783821845593
Gebunden, 451 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Oliver Tekolf. Schiller, der sich zeit seines Lebens mit Geldproblemen herumschlagen mußte, wäre heute reich. Er hätte die rasanten Drehbücher geschrieben, an denen es dem deutschen Film fehlt; vielleicht wäre er - wer weiß - sogar in Hollywood gelandet. Denn er hatte einen untrüglichen Sinn für gute Stoffe, ein dramaturgisches Können von hohen Graden und keine Angst vor sensationellen Geschichten. Es waren vor allem spannende Kriminalfälle, die ihn interessierten. Nicht nur in seinen Stücken, auch in seiner Prosa spielen sie eine große Rolle. Kein Wunder, daß er zu der wichtigsten zeitgenössischen Quelle für solche Affären griff: dem berühmten Pitaval des gleichnamigen Verfassers. Eine Auswahl davon hat er 1792-1795 getroffen, herausgegeben und mit einer Vorrede versehen. Dieses Werk ist seit langem nicht mehr greifbar. Hier werden die besten dieser Geschichten in einer sorgfältigen Edition neu vorgelegt, zusammen mit Schillers eigenen Erzählungen, die dem Kriminal-Genre zuzurechnen sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.09.2005

Yaak Karsunke ist von dieser Ausgabe des von Friedrich Schiller edierten "Pitaval", einer Sammlung von zwischen 1734 und 1743 im französischen Original erschienen Kriminalfällen, sehr angetan. Pitaval war ein erfolgreicher Anwalt, dessen Interesse an den Kriminalfällen nicht so sehr dem Verbrechen an sich als vielmehr den juristischen Implikationen galt und der sich als "überaus justizkritischer Autor" erweist, erklärt Karsunke. Der Herausgeber Oliver Tekolf hat in seiner Auswahl der Kriminalfälle nicht nur viele Auszüge aus den Verhandlungsschriften, sondern auch zahlreiche, das Verständnis erleichternde Anmerkungen versammelt, lobt der Rezensent. Außerdem habe Tekolf Schillers "Verbrecher aus Infamie" und einen von Schiller übersetzten Auszug aus einem Roman von Denis Diderot beigegeben. Die Fallsammlung ist, wie der Rezensent findet, nicht nur als Zeugnis der Rechtspraxis der Zeit interessant, sondern auch als "kulturgeschichtliches" Dokument aufschlussreich.

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