Indien, eine bewundernswerte Demokratie? Keineswegs! Die Asien-Korrespondenten Georg Blume und Christoph Hein klagen an: Diskriminierung, Bereicherung und Gleichgültigkeit verschulden jedes Jahr den Tod von Millionen von Menschen, vor allem von Frauen und Kindern. Berichte über Gewalt und Hunger in Asiens drittgrößter Volkswirtschaft erwecken oft den Eindruck, es handele sich um entsetzliche Ausnahmen in einer prinzipiellen Erfolgsgeschichte. Aber als langjährige Kenner Indiens können Blume und Hein belegen: Das Gegenteil ist der Fall. In der wirtschaftlichen Blütezeit haben die indischen Eliten nicht in die Zukunft des Landes, in Bildung und gesellschaftlichen Fortschritt investiert. Die Folge: Misshandlungen, Vergewaltigungen und entwürdigende Lebensbedingungen sind vor allem für Frauen und Kinder an der Tagesordnung. Ausbeutung, Korruption, Vernachlässigung und Fehlplanung prägen den Alltag.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2014
Mit dem neuen Buch "Indiens verdrängte Wahrheit" von Georg Blume und Christoph Hein hat Rezensent Tobias Matern eine aufgebrachte Streitschrift über die ungerechten Verhältnisse in Indien gelesen. Er folgt den eindringlich geschilderten Missständen, etwa über das Verhungern von Kindern, die Abtreibung von weiblichen Föten oder die landläufige Korruption und lobt das leidenschaftliche Bestreben der Autoren, diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die sonst kaum gehört werden. Auch wenn hier kein vollständiges Bild des eindrucksvollen Landes geliefert wird, kann der Rezensent dieses kluge Buch Geschäftsreisenden und Politikern, aber auch Urlaubern, die hinter die Kulissen schauen wollen, nur unbedingt empfehlen.
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