Katharina Kakar

Frauen in Indien

Leben zwischen Unterdrückung und Widerstand
Cover: Frauen in Indien
C.H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406683152
Gebunden, 232 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Im Dezember 2012 wird eine 23-jährige Studentin in einem Bus in Delhi zum Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Ihr Tod kurz darauf löst wochenlange Proteste in Indien aus. Katharina Kakars bewegendes Buch erschließt uns die Lebensrealität der Frauen auf dem Subkontinent, die millionenfaches Unrecht erleiden, aber häufig auch unvorstellbaren Mut aufbringen, um sich zu wehren. Dabei kennt die Gewalt viele Gestalten: Ehrenmorde und häusliche Gewalt, Mitgiftmorde und Vergewaltigungen, die Abtreibung weiblicher Föten und die Tötung kleiner Mädchen sind in Indien an der Tagesordnung. Sucht man nach den Gründen, begegnet man zwei gleichermaßen erdrückenden Realitäten: den patriarchalen Strukturen in den höheren Kasten und dem ökonomischen Überlebenskampf der unteren Schichten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2015

Mit großem Interesse hat Rezensent Martin Kämpchen Katharina Kakars Buch über "Frauen in Indien" gelesen. Erschüttert erfährt der Kritiker bei der deutschen in Indien lebenden Anthropologin, wie sehr die Hierarchiegläubigkeit und Leibfeindlichkeit der antiliberalen hinduistischen Gesellschaft das Leben indischer Frauen prägt: Frauen werden einerseits als Präsentationen der Muttergottheit verehrt, andererseits durch der Mythologie entnommene restriktive Rollenbilder entmenschlicht, informiert der Kritiker, der entsetzt liest, wie Frauen durch Gewalt, Isolation oder Strafvergewaltigung in der Ehe, Großfamilie oder dem Klan gedemütigt werden. Darüber hinaus erfährt der Rezensent, dass Frauen die Rollenbilder oft selbst mittragen, Selbsthilfegruppen und Emanzipationsbewegungen aber dennoch zunehmen. Nicht zuletzt lobt Kämpchen den engagierten und unsentimentalen Erzählton der Autorin.
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