Georg J. E. Mautner Markhof

Das St. Louis-Drama

Hintergrund und Rätsel einer mysteriösen Aktion des Dritten Reiches
Cover: Das St. Louis-Drama
Leopold Stocker Verlag, Graz - Stuttgart 2001
ISBN 9783702009311
Gebunden, 200 Seiten, 21,10 EUR

Klappentext

Mit 8 Seiten s/w-Abbildungen. Unter den rund 500.000 Juden, die aus dem Machtbereich des Deutschen Reiches emigrierten, nehmen die Passagiere der MS "St. Louis" eine Sonderposition ein. Mit einem von der Hapag als Reeder zur Verfügung gestellten, luxuriösen Kreuzfahrtschiff sollten die teilweise direkt aus Konzentrationslagern kommenden Flüchtlinge in ihr Asylland gebracht werden. Doch Kuba verweigert plötzlich den Landgang, obwohl die Passagiere gültige Einreisepapiere besitzen, und vor der Küste der USA verhindern Militärboote jede Annäherung. Endlich finden sich einige westeuropäische Länder bereit, die Flüchtlinge aufzunehmen, doch auch dort werden die meisten von ihnen bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als "feindliche Ausländer" interniert. Mehr als die Hälfte findet schließlich den Tod in Konzentrationslagern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2002

In seinem Buch "Das St. Louis-Drama" untersucht Georg J.E. Mautner Markhof die Hintergründe des undurchsichtigen Falls um das Hapag-Luxusschiff MS "St. Louis", das im Mai 1939 mit 900 Juden an Bord von Hamburg nach Kuba aufbrach, um die Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen, berichtet Rezensent Franz-Josef Kos. Markhof kann dabei nach Einschätzung von Kos zwar eine Reihe von Vorgängen an Bord der "St. Louis" rekonstruieren, bleibt aber bei den politischen Hintergründen der Aktion auf Spekulationen angewiesen. Wie Kos ausführt, behauptet Markhof beispielsweise entgegen bisherigen Vermutungen, dass der deutsche Abwehrchef Wilhelm Canaris unter dem Vorwand, Spionagematerial aus Kuba nach Deutschland zu transportieren, Juden eine Gelegenheit zur Ausreise bieten wollte - eine These, für die Markhof laut Kos keine Beweise liefern kann. Nach Ansicht des Rezensenten geht es dem Autor vor allem darum, im nationalsozialistischen Deutschland "Freunde der Juden" nachzuweisen und in der westlichen Welt "Feinde der Juden" auszumachen.
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