Der für den deutsch-schweizerischen Grenzverkehr 1938 eingeführte J-Stempel hat drei Geschichten: eine Vorgeschichte, eine Nachgeschichte und eine Gegenwartsgeschichte. Die Geschichte seiner Gegenwart ist die wichtigste. Hier muss nachgewiesen werden, welche Menschen unter welchen Umständen wegen dieses Stempels an der Flucht vor ihren künftigen Mördern gehindert wurden. Es gibt diese Geschichte, wir kennen sie jedoch kaum...
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Seit rund fünfzig Jahren belaste die schweizerische Flüchtlingspolitik zwischen 1933 und 1945 viele Schweizer stark, weiß Rudolf Walther. Nun hat der Basler Historikers Georg Kreis eine Studie über die Umstände vorgelegt, die zur Einführung eines roten "J" für jüdische deutsche Staatsbürger im Pass geführt hatten. Darin, so Walther, gehe es nicht "um Schuldzuschreibung oder -entlastung", sondern um Feststellung der "Mitverantwortung von schweizerischen Beamten und Diplomaten" ... "an einer unmenschlichen administrativen Maßnahme". Und die werde vom Autor "exemplarisch", als "Lehrstück für historische Aufklärung", nachgewiesen.
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