Ausgewählt und übersetzt von Christoph Ferber. Georges Haldas, ein literarischer Mythos in der Romandie, ist im deutschsprachigen Raum noch zu entdecken. Den Genfer Schriftsteller mit den griechischen Wurzeln kennt man in der Deutschschweiz vor allem als Chronist der Rhonestadt und vielleicht noch wegen seiner Leidenschaft für den Fußball. Sein lyrisches Gesamtwerk jedoch, das mehr als tausend Gedichte umfasst, jedes "ein Bruchstück des Unaussprechlichen", ist bisher kaum beachtet worden. Erstmals liegt nun eine von Christoph Ferber ins Deutsche übertragene repräsentative Auswahl aus der Fülle von Gedichten vor, die Haldas, der das Poetische überall und in allem fand, publizierte. Er spricht in meist knappen, unvermittelt aneinandergereihten Sätzen und Bildern von den kleinen Dingen, die das Leben ausmachen, von Schmerz und Trauer und vom Glück, von Sonnenaufgängen, vom Rückzug in die Stille, von Kaffeehäusern und vom Geruch des Brotes, der Erinnerungen an die Kindheit weckt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2017
Sehr kenntnisreich und liebevoll führt Roman Bucheli in das Werk dieses in der Deutschschweiz - von Deutschland zu schweigen - ganz unbekannten Lyrikers ein, der vor hundert Jahren geboren wurde - als Sohn eines griechischen Exilanten, den es vor Sehnsucht nach der Heimat verzehrte und dessen Melancholie Haldas erbte. Das hielt ihn aber keineswegs davon ab, ein Buch nach dem anderen zu veröffentliche und den Fußball zu lieben, dem er wohl auch Gedichte widmete. Am Alltag und Detail und der präzisen Beobachtung war Haldas' Blick interessiert, so Bucheli. Ausdrücklich lobt er Ferbers Auswahl aus dem reichen Material und noch mehr seine "grazil genaue" Übersetzung, die es sogar schafft, bestimmte musikalische Veleurs einzufangen.
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