Mit einer Vielfalt an Stimmen wird die "Globalisierung von unten" erzählt. Die Betroffenen selbst sprechen über Widerstandsformen der Kleinbauern gegen Agrobusiness; Selbstversorgung gegen Exportorientierung, radikale Nachhaltigkeit gegen Biotechnologie, ökologische Vielfalt gegen Genmanipulation. Es kommen Vertreter der Fischer und des Frauenrates, der "Unberührbaren", der Studenten und Teilnehmer der internationalen Sozialforen zu Wort sowie der Naxaliten und Kommunisten. Selbstbewusst gehen die Widerständler mit dem eigenen Wissen und der eigenen Tradition, aber auch mit der internationalen Vernetzung um. Lebendig und anschaulich wird der Leser in die verschiedenen Probleme und Anliegen eingeführt. Der Herausgeber war vor Ort und hat die verschiedenen Interviews fundiert zusammengestellt. Indien wird als aktiver Teil der globalen Weltwirtschaft sichtbar - von oben wie von unten.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 04.10.2006
Auch wenn ihn einiges stört an Gerhard Klas' Sammlung von globalisierungskritischen Statements linker indischer Intellektueller, gut findet Sven Hansen es doch, dass diese in den Medien ansonsten eher vernachlässigte Gruppe hier einmal "ausführlich" zu Wort kommt. Das geschieht zum Leidwesen des Rezensenten dann aber auch "sehr einseitig", missliebige Fakten werden ignoriert, Inkonsequenzen übergangen. Auch vom Autor, von dem sich Hansen besonders in den Interviews mehr Biss gewünscht hatte. Suboptimal sei auch das reife Alter der Gespräche. Die meisten sind nach den Informationen des Rezensenten auf dem Weltsozialforum 2004 in Bombay entstanden, was etwa dazu führt, dass das massive Arbeitsprogramm der jetzigen Regierung nicht berücksichtigt wird.
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