Moralisches Handeln ist praktische Vernunft, freie Selbstbestimmung - lehrte Kant. Das Wesentliche jeder Moral liegt darin, dass sie ein langer Zwang ist - schrieb Nietzsche. Die beiden Aussagen widersprechen einander aufs Entschiedenste, und deshalb formulieren sie sehr präzise die gegensätzlichen Bestimmungen, die in der Sache selbst liegen. Diese 'Sache selbst' ist das Thema der Einführung von Schweppenhäuser: die normativ-kritische Kraft des Diskurses der abendländischen Moralphilosophie und seine Widersprüche. In exemplarischen und systematischen Erörterungen geht es um Gegenwart und Tradition einiger grundlegender Begriffe. Die Beispiele, die Schweppenhäuser zur Verdeutlichung moralischer Grundbegriffe wählt, reichen vom Erfurter Amokläufer bis zu den Passagieren des Flugzeugs, die am 11. September 2001 vermutlich ihre Entführer überwältigten und die Maschine über freier Fläche zum Absturz brachten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2003
Der Rezensent der NZZ mit dem Kürzel "lx" enthält sich leider jeder Bewertung dieser Einführung in die Grundbegriffe der Ethik. Immerhin aber ahnt man, dass er Schweppenhäusers Rückgang auf die vor dem "Ethikboom der letzten zwei Jahrzehnte" einmal grundlegenden Begriffe der Ethik wie Vernunft, Pflicht, Norm, Gerechtigkeit, Freiheit und Glück einiges abzugewinnen vermag. Außerdem erfährt man vom Rezensenten noch, dass Schweppenhäuser seine Einführung "ganz bewusst" vom Zwiespalt zwischen der ethischen Pflicht, etwas zu sollen und der Freiheit, es vielleicht dennoch nicht zu tun, her organisiert hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2003
Handlungen von Menschen unterliegen, zumindest in der Theorie, dem Wechselspiel von Freiheit und Determinismus. Von der Polarität dieser Positionen ausgehend entwickelt Gerhard Schweppenhäuser seiner Einführung "Grundbegriffe der Ethik" eine kritische Anthropologie, berichtet der "ago." zeichnende Rezensent. Dabei werden Fragen wie "ist der Mensch frei aus Gnade oder genetisch vorherbestimmt?" oder "bietet der freie Markt die Grundlage für verteilende Gerechtigkeit oder das klassische Naturrecht, das dem Menschen einen Anspruch auf die Güter der Erde zuspricht?" diskutiert. Wie der Rezensent informiert, entwirft Schweppenhäuser keine formale Ethik, sondern zeigt anhand von Fallbeispielen Antwortoptionen verschiedener Schulen. Der Aufbau seiner Einführung orientiere sich dabei nicht an großen Namen, sondern an Leitbegriffen der Moralphilosophie: Freiheit als Grundaxiom neuzeitlichen Philosophierens, Gerechtigkeit als Paradigma der jüngeren Auseinandersetzungen, Politik als Recht des Stärkeren.
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