Mit Fotos und Dokumenten. Vierzig Jahre lang haben sich Christen in der DDR zu ihrem Glauben bekannt, gegen Anfeindung und Diskriminierung, gegen Hohn und Spott. Manche zogen sich zurück in die innere Emigration, anderen gab der Glaube die Kraft zum Widerstand. Hofmann lässt engagierte Christen zu Wort kommen wie Heino Falcke, ehemals Propst in Erfurt, der sich freiwillig entschied, in Ostdeutschland zu bleiben und zum führenden Kopf der staatskritischen evangelischen Theologie in der DDR wurde, ebenso wie das Zwickauer Ehepaar Antje und Martin Böttger, das sich für Menschenrechte in der DDR einsetzte und deswegen von der Stasi observiert und schikaniert wurde, oder die Berliner Pfarrerin Ruth Misselwitz, auf deren Leben die Stasi einen Anschlag plante, weil sie an ihrer Kirchengemeinde in Pankow einen Friedenskreis leitete. Ausführliche Interviews dokumentieren die Gründe, die Christen zu kritischem Verhalten gegenüber dem SED-Staat motivierten und die schließlich auch dazu beitrugen, dass die Revolution im Herbst 1989 frei von aufständischer Gewalt blieb.
Bemerkenswert findet Rezensent Ilko-Sascha Kowalczuk diesen Interviewband, in dem er besonders die Rolle der evangelischen Kirche eindringlich herausgearbeitet findet. Denn erstens werfen die darin enthaltenen Gespräche mit DDR-Kirchenleuten und einfachen Christen ein Licht auf deren wichtigen Beitrag zur Wende. Zweitens beeindruckt den Rezensenten die "christliche Demut", mit der die Befragten ihre Rolle in jener Zeit heute reflektieren, das Unaggressive ihrer revolutionären Positionen und ihr überzeugendes Plädoyer für den berühmten aufrechten Gang.
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