Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Mit Glück, Vitalität und Bauernschläue nimmt Wouter Vink in Zeiten von Krieg und Not gegen jede Wahrscheinlichkeit seinen Aufstieg vom Trossknecht zum Tulpenmagnaten. Dreihundert Jahre später jedoch sind sein Landgut und was er darüber hinaus hinterlassen hat, nur noch eine Last für seine Nachfahren. Gijs Ijlander erzählt vom Auf- und Niedergang einer Tulpenzüchterfamilie: Aufbruchstimmung vor dem düsteren Hintergrund des 30jährigen Krieges und ein Endzeitszenario im Wohlfahrtsstaat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2000
Zunehmendes Angeödetsein konstatierte Dorothea Dieckmann bei der Lektüre dieses holländischen Heimatromans, der den berühmtesten Exportartikel seines Landes zum literarischen Sujet erhebt. Die Geschichte einer Tulpenzüchterdynastie ist in zwei Parallelhandlungen aufgeteilt, die eine davon im 16. Jahrhundert, die andere in heutiger Zeit angesiedelt. Das verleite den Autor jedoch keineswegs zu prallen Geschichten in historischem Rahmen, vermeldet Dieckmann enttäuscht, sondern die historische Handlung, kursiv gesetzt, werde eher flüchtig skizziert. Die Stärke des Buchs liegt ihrer Meinung nach in der Schilderung kleiner Begebenheiten aus dem traurigen Provinzdasein in heutiger Zeit. Das reicht Dieckmann jedoch nicht, der Grund für die historische Parallelisierung will ihr nicht einleuchten. Auch der Übersetzer scheint der recht beliebig wirkenden Geschichte unbewusst misstraut zu haben, vermutet Dieckmann, er habe sich nämlich zu einigen Übertreibungen hinreißen lassen.
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