Giulia Mensitieri

Das schönste Gewerbe der Welt

Hinter den Kulissen der Modeindustrie
Cover: Das schönste Gewerbe der Welt
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2021
ISBN 9783751803144
Gebunden, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Lena Müller. Es gibt die klassische Ausbeutung - und es gibt die Ausbeutung in der Mode: Da ist die Fotostylistin Mia - Pradatasche, Jeans, Kapuzenpulli -, der Giulia häufiger begegnet und sofort fasziniert ist von den Gegensätzen, die Mias Berufsleben bestimmen: Während sie erster Klasse um die Welt fliegt und in Fünf-Sterne-Hotels nächtigt, um ihre Aufträge zu erledigen, kann sie ihre Miete kaum bezahlen, geschweige denn ihre Telefonrechnung. An Mias Seite erforscht Giulia daraufhin die Pariser Modewelt, die längst zur Industrie geworden ist. Sie führt Gespräche mit Stylisten und Stylistinnen, mit Designern, Visagistinnen, Fotografen und Models, am Rande von Fotoshootings, nach Modenschauen, bei Verabredungen in angesagten Cafés.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.05.2021

Ganz schön umgehauen hat Eva Hepper diese Studie über die Pariser Modewelt beziehungsweise die Welt hinter ihren Kulissen. 2018 machte das Buch bereits in Frankreich Furore, schreibt sie, und was sie daraus mitteilt, lässt nicht nur sie ganz "atemlos". Denn so viel Geld in diesem Metier auch im Umlauf ist, die Modearbeiter:innen - ob Model, Visagist:innen oder Verkaufer:innen - müssen sich nicht selten mit Warengutscheinen als Bezahlung zufriedengeben, arbeiten ewig die so genannten "Schulden" bei ihren Agenturen ab oder malochen ohne Verträge "von Probemonat zu Probemonat". Aber warum machen sie das mit, fragt sich die Kritikerin - und das fragte sich, so lesen wir, auch die Autorin. Es ist der Glamour der Modewelt, bekommt sie zu hören, und die Kritikerin zitiert, es sei die Bezahlung mit dem "sozialen und symbolischen Kapital der Zugehörigkeit" - darin ein perfekter Ausdruck der modernen kapitalistischen Welt.