In Tunesien, Ägypten, Libyen und anderen arabischen Ländern kämpfen Bürger für die Demokratie - aber für welche? Steht am Ende eine "islamische Republik" oder ein säkularer Staat nach westlichem Muster? Ist ein demokratischer Rechtsstaat auf der Basis der Scharia überhaupt denkbar? Gudrun Krämer beschreibt, wie Muslime seit Jahren über Demokratie, Toleranz, Menschenrechte und das Verhältnis von Religion, Recht und Staat debattieren und welche Bedeutung diese Debatten für die gegenwärtige Entwicklung in den arabischen Ländern haben. Sie zeigt, welche reformistischen Ansätze es im Islam gibt, und macht mit den aktuellen islamistischen Strömungen bekannt.
Alle Macht liegt beim Volk. Dass diesem demokratischen Denkmuster auch die Revolutionen im Nahen Osten gehorchen, hat Michael Thumann aus dem Buch "Demokratie im Islam" der Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer erfahren. Obwohl sich der Islam als Ideologie gegen die Kolonialherrschaft entwickelt habe, folge er doch wie beispielsweise im islamischen Recht der Schura den westlichen Ideen von Rechtsstaatlichkeit, wie Krämer es für Thumann pointiert und überzeugend darstellt. Der "reine Islam" existiert nach Krämer daher nur als religiöse Fantasie, abseits jeder Realpolitik. "Eine erhellende Bestandsaufnahme zur rechten Zeit" meint Thumann.
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