Makar Andreas Loth möchte die Welt sehen, sie begreifen, sich näher kommen. Er verläßt den Schutz der psychiatrischen Klinik, reist nach Rußland, nach Amerika; er begeistert sich an dem weiten Blick vom Ulmer Münster herab - und er schreibt, damit ihm nichts von seinen kostbaren Entdeckungen verlorengeht, lange bezaubernde Briefe an seine ferne Geliebte: an Elsa.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2000
Etwas beklommen spricht Iris Denneler ihr Lob für dieses Buch aus. Immerhin wurde Herburger schon mal "Geschwätzigkeit, mitunter sogar literarische Unverbindlichkeit" vorgeworfen. Es hilft nichts: "Elsa" hat ihr einfach gefallen. Hier sei "der uferlose Strom der Phantasie zur Form geworden". Kühn führt Denneler sogar die Namen Stifter und Stiller ins Feld. Sie lobt Herburgers assoziatives Spiel mit Namen und schließt unzweideutig positiv: Herburger hat sich mit dieser Geschichte "in die Gesellschaft der großen Narren geschrieben".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Am meisten beeindruckt Michael Braun der Mut des Autors Herburger: Auf eine völlig unzeitgemäße Weise weigere sich dieser, den alten romantischen Traum von der "progressiven Universalpoesie" an einen falschen Realismus zu verraten. Und als realistisch kann man den Briefroman wohl nicht bezeichnen, wenn man Braun Glauben schenken kann. Getrieben von einem "utopistischen Schreibfuror" jagt Herburger seinen Helden "durch ein Labyrinth an Phantasmagorien und Halluzinationen, naturwissenschaftlichen Exkursen, autobiografischen Miniaturen und tragikomischen Anekdoten", begeistert sich Braun. Von Nietzsches Hirnbrennen zum Körpergewicht des Nahornkäfers. Na klar: "Herburger schreibt eben eine Prosa der Ausschweifung und der wuchernden Fußnoten, nicht eine der epischen Konzentration und Kohärenz", meint Braun.
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