Als ein biologisches Wunder feiert die Presse das Werk des jungen Biologen Staudinger, der sich um die Rettung aussterbender Arten bemüht. Vor allem die Rettung der Wechselkröte liegt ihm am Herzen. Auf einem verwahrlosten Landstrich am Rande der Stadt hat Staudinger eine Zuchtstation errichtet, um sich für seine Karriere zu profilieren. Der Erzähler, ein erfolgloser Schriftsteller, entdeckt in dem Gehege ökologischer Träume sein eigenes Biotop, seine Mitarbeit an dem Bio-Projekt ist Beschäftigungstherapie, ein Versuch, die gescheiterte Liebesbeziehung zur sprunghaften Lena zu überwinden.
Heinz Ludwig Arnold hält diesen Roman für mehr als für eine gelungene Öko-Satire, auch wenn das Buch unter diesem Label läuft und selbst die Unterzeile der Rezension darauf abhebt. Arnold steckt zunächst einmal Seurens literarisches Umfeld ab: Der Autor gehörte wie Brinkmann, Born und Herburger zum Kölner Kreis um Dieter Wellershoff und seiner Schule des Neuen Realismus, später lebte er vom Drehbuchschreiben. Sein literarisches Comeback versucht er nun mit einem aktuellen Stoff, in dem er das Ausarten wohlgemeinter politischer Gesinnung hinsichtlich des Öko-Fundamentalismus behandelt. Arnold findet im jüngsten Roman Seurens den lakonischen Ton und die skeptische Haltung der frühen Bücher wieder. Ihm imponiert, dass der Erzähler nicht den moralischen Zeigefinger erhebt oder sich vom beschriebenen Geschehen distanziert, sondern sich als ein Rädchen im Getriebe humanistischer Gesinnungen beschreibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Liebevoll erzählt die Rezensentin Katrin Hillgruber zunächst, um wen es sich bei dem Autor dieses Romans handelt. Seuren galt nach seinem Roman "Das Gatter" als hoffnungsvoller Nachwuchsautor der Generation nach Grass, so berichtet die Rezensentin, aber bei seinen späteren Büchern hätte Seuren der Erfolg verlassen, und er musste sich sein Geld beim Fernsehen verdienen. Bis heute aber habe er jenen Ton "kühler Ironie", der die Sixties charakterisiert habe. Das neue Buch bittet die Rezensentin als einen München-Roman zu verstehen, und zwar sei er "zwischen Bogenhausen und Englschalking" anzusiedeln.. Ein Krötenbiotop wird angelegt, und amüsiert berichtet Hillgruber über die Parade Münchner Charaktere, die Seuren da vorbeidefilieren lässt. Dabei schreibe Seuren weniger einen "Ökoroman", als dass er den in Deutschland grassierenden "Ökokitsch" geißeln wolle. Ganz frei von Ressentiments sei Seuren nicht, aber insgesamt bewundert Hillgruber doch den "wunderbar leichten, geschmeidigen Tonfall".
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