Der Hintergrund ist vorgerutscht. Die Kulisse zur Protagonistin geworden. Die Tatsachen sind bekannt. Sie zu wiederholen, bringt keinen Erkenntnisgewinn. Von Bedeutung bleibt allein, wie man sich zu ihnen verhält. Doch die Welt tut weiter so, als ließen sich die Meldungen vom Artensterben, der Waldvernichtung, den Überflutungen und Hitzetoten zwischen die Nachrichten vom Sport und den letzten Promiskandal schieben. Dieses business as usual zeitigt einen paradoxen Effekt: Nicht nur das Unheil erscheint unwirklich, sondern auch und vor allem der Alltag. Angesichts dessen ist es dringend geboten, Unruhe in die öffentliche Debatte zu bringen und über die Bedingungen der Möglichkeit des Denkens heute zu reflektieren. In den Texten des ermüdenden Fortschrittsglaubens der 1960er- und 1970er-Jahre stößt Paoli bereits auf alles, was es zum Verständnis der Situation braucht. Sein Essay wird so zugleich zu einer Archäologie verdrängter Einsichten, zum Prolegomena einer Wissenschaft vom Müll sowie zu einer rigorosen Verurteilung unserer Gegenwart.
Handlungsanweisungen zur Rettung der Welt sucht man in Guillaume Paolis Essays über das Desaster der Menschheit vergeblich, hält Rezensent Enno Stahl fest: Der Autor sieht ein Umdenken der Menschen im Angesicht von Klima- und Atomkatastrophen als nicht mehr möglich an, plädiert aber dafür, sich zumindest die Fähigkeiten zu erhalten, darüber nachzudenken und den eigenen Geist zu nutzen. Dafür, so Stahl, geht er vom Club of Rome über französische Denker hin zum alles fressenden Neoliberalismus, und das auf eine durchaus anregende und nicht deprimierende Art und Weise. Der "gallige Sarkasmus", der die mäandernde, aber immer wieder auf den Punkt zurückkommende Schreibweise Paolis ausmacht, gefällt dem Kritiker dabei besonders, wie er schließt.
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