Das Buch erzählt von den verborgenen Spuren der Geschichte in der Gegenwart, ihren Abdrücken im Material der sichtbaren Welt, ihren symbolischen Vereinnahmungen und ihrem Absinken zum Resonanzboden des Lebens danach. Momentaufnahmen, die der Autor von sich selbst und anderen macht, neben sich tretend, sich und andere ironisierend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2003
Als "schönes und wichtiges Buch" würdigt Rezensent Thomas Meyer die jetzt vorgelegte Sammlung der "Feuilletons" von Hanno Loewy. Liest man die Geschichten in der Reihenfolge ihres Abdruckes, dann ergibt sich eine Erinnerungslandschaft, so Meyer, "die nicht durch den falschen Schein der Tatsachen, sondern durch die Subjektivität und die Fähigkeit ihres Zeichners geprägt ist." Loewys Misstrauen gelte den Gegenständen und den Worten, mit denen sie beglaubigt werden sollen, erklärt Meyer. "Bei ihm ergibt sich Wahrheit ganz ohne Emphase einzig im Moment der Begegnung mit anderen Menschen." Loewys Nachzeichnung der Diskussionen und Positionen um das Berliner Mahnmal für die ermordeten europäischen Juden im Artikel "Das Denkmal" gehört für Meyer zum Besten, was über das dieses Vorhaben geschrieben wurde. "Loewys 'Feuilletons'", schließt der Rezensent, "verstören, amüsieren, sind genau kalkulierte, aber leicht und frei geschriebene kleine Juwelen. Sie reihen sich aneinander, gleich im Wert, doch jede unverwechselbar."
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