Herausgegeben von Nicola Zambon. Im Januar 1948, kurz nach Abschluss des Promotionsverfahrens, beginnt Hans Blumenberg mit der Arbeit an seiner Habilitationsschrift. Sie wächst sich rasch zu einem monumentalen Projekt aus, das nicht weniger will, als den philosophischen Horizont der Moderne vor dem Hintergrund ihrer Krise zu vermessen. Diesen Anspruch löst Die ontologische Distanz zwar nicht ganz ein, aber mit der Verknüpfung von geschichtsphilosophischen Interessen und phänomenologischer Methode bereitet die Studie den Boden, auf dem Blumenbergs große bewusstseinshistorische Untersuchungen der folgenden Jahrzehnte gedeihen. Mehr als siebzig Jahre nach der Niederschrift wird Die ontologische Distanz nun erstmals publiziert, unter anderem ergänzt um Materialien aus dem Nachlass. In seinem Nachwort rekonstruiert der Herausgeber die komplexe Entstehungsgeschichte des Werks, in der Blumenbergs prekäre Arbeitsbedingungen ebenso eine Rolle spielen wie seine Lektüre von Husserls nachgelassenen Texten und sein wachsender Widerstand gegen Heideggers Philosophie. Der Band macht eine wichtige Etappe von Blumenbergs Denkweg nachvollziehbar und schließt mit Blick auf das Frühwerk eine markante Lücke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2022
Es handelt sich um die Habilitationsschrift des knapp dreißigjährigen Philosophen. Er selbst hatte sie gar nicht zur Publikation vorgesehen und überarbeitet, merkt Rezensent Hermut Mayer an. Für ihn ist die Lektüre dennoch gewinnbringend. Sie stellt für ihn Kontinutäten im Werk Blumenbergs her. Auch damals schon ging es also um die "annihilatio des Wirklichkeitsbodens der Neuzeit im ganzen". Descartes, Husserl und Heidegger sind die Planeten, um die diese Schrift kreist. Um den Kontext zu ergründen empfiehlt Mayer Blumenberg-Monografien von Rüdiger Zill und Jürgen Goldstein und ganz besonders Kurt Flaschs große Studie über Blumenbergs Weg bis zur 1966 erschienenen "Legitimität der Neuzeit".
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