Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2002
In seiner Studie "Musils Philosophie" sucht Hans-Joachim Pieper die philosophischen Hintergründe von Musils Erzählkunst aufzudecken und den überragenden Einfluss von Nietzsche und Ernst Mach auf den Romancier darzulegen. Ein Versuch, der nach Einschätzung von Rezensent Matthias Kross wohl geglückt ist. Musil habe Nietzsches Relativismus mit Machs skeptischem "Empirokritizismus" kombiniert und zu einem "performativen Essayismus" umgestaltet, schreibt Kross. Was er bei Piepers lehrreicher "filigraner Spurensicherung" etwas vermisst, ist ein Ausgriff auf die heutige geistige Situation, hält er Musil doch für hochaktuell. Eine "Werkretrospektive aus aktualisierender Sicht" wünscht sich der Rezensent deshalb. Die hat Pieper mit seinem Buch nach Ansicht des Rezensenten zwar nicht geschrieben, aber immerhin gute Vorarbeit dazu geleistet. Fazit des Rezensenten: "Eine mit Fleiß gearbeitete, philologisch tadellose Vorstudie auf einer soliden Materialgrundlage."
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