Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2000
Klaus Ungerer hält sich in seiner ausführlichen und ausgesprochen aufschlussreichen Rezension mit einem dezidierten Urteil weitgehend zurück und lässt die Fakten für sich sprechen. Wichtig scheint ihm jedoch, darauf hinzuweisen, dass es sich hier um eine Reihe von Interviews handelt und dass "Max Landowski" eines von mehreren Pseudonymen ist - wozu eine längere Erklärung vonnöten wäre, die hier aus Platzgründen nicht möglich ist. Zwar gibt es viele Menschen, die ein ähnliches Schicksal wie Landowski gehabt haben (grauenhafte Kriegserlebnisse als junger Soldat, Verletzung, Flucht, der Beginn eines neuen Lebens). Ungerer scheint jedoch großen Gefallen an der Art und Weise zu finden, mit der der ehemalige Landarbeiter seine Erinnerungen erzählt. Er hebt die Präzision hervor, mit der Landowski Daten, Ortsnamen und Zahlen wieder gibt, dass er nicht unnötig abschweift und dass er über "einen sicheren Sinn für das Setzen von Schwerpunkten" verfüge, der der Geschichte seines Lebens die nötige Zugkraft verleiht. Ungerer zeigt sich auch von Landowskis Liebe zur Natur und seiner sozialen Umtriebigkeit beeindruckt. Immerhin gelang es dem Landarbeiter "mit Hilfe des Bundesarbeitsministers (`ich bin echt stolz drauf`)" sogar eine Zusatzrente für seinen Berufsstand durchzusetzen.
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