Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2001
Der Autor, so verrät Hans-Jürgen Döscher am Ende seiner kurzen Leseempfehlung, sei bis zu seiner Pension Präsident des Sozialgerichts Freiburg gewesen und habe den Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" erhalten, die höchste Auszeichnung, meint Döscher, die der Staat Israel Nichtjuden verleihe. Warum und weshalb diese Ehre, ist nun in Droßels Lebenserinnerungen nachzulesen, die für Döscher "frei von Rechtfertigung, Beschönigung oder Verharmlosung" sind. Denn Droßel war Offizier der Wehrmacht. Seine Aufzeichnungen profitierten, so der Rezensent, vom großen zeitlichen Abstand zum Kriegsgeschehen: Droßel sei ein genauer Beobachter, der seine Erinnerungen an die Novemberpogrome von 1938 und das Verhalten der deutschen Armee gegenüber den Juden oder sowjetischen Kriegsgefangenen im besetzten Russland kritisch reflektiere. Später, so erfährt man von Döscher, habe sich der Autor in seiner Heimatstadt Berlin für untergetauchte Juden eingesetzt. Überhaupt: Die Schilderung des Berliner Milieus zählen für den Rezensenten mit zu den interessantesten Stellen des Buches.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…