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George Steiner

Ein langer Samstag

Ein Gespräch mit Laure Adler
Cover: Ein langer Samstag
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783455503777
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Nicolaus Bornhorn. George Steiner, der unnachgiebige Denker, polyglotte Intellektuelle und scharfzüngige Kritiker, gibt im Gespräch mit Laure Adler Einblick in sein Leben und Werk. Tief verwurzelt in der europäischen Kultur, wurde für den Sohn österreichischer Juden, die 1940 aus Paris nach New York flohen, eine Frage zum Angelpunkt seines Denkens: Wie konnte das zivilisierte, kultivierte Europa diese unvorstellbare Barbarei hervorbringen? Als die Kulturjournalistin Laure Adler in einem englischen Garten zum ersten Mal George Steiner begegnet, weiß sie noch nicht, dass sie einen sehr langen Nachmittag miteinander verbringen werden: Über mehrere Jahre treffen sie sich immer wieder, um ihr Gespräch fortzusetzen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.04.2016

Otto A. Böhmer sieht Gelegenheit, einem großen Autor und Denker zu Lebzeiten begegnen: George Steiner. Das "vorzüglich" übersetzte Interview, das Laure Adler mit dem Universalgelehrten Steiner geführt hat, scheint Böhmer kenntnisreich und keineswegs hagiografisch. Der Rezensent erhält Auskunft über Steiners Denken anhand einer Vielzahl von Themen. Erziehung, Judaismus, Leben und Sterben und der Frage nach dem Sinn der Wissenschaften vom Menschen geht Steiner laut Rezensent auf bemerkenswerte, lesenswerte Weise nach.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2016

Weniger wie eine Besprechung, mehr schon wie eine Hommage und durchaus ein bisschen feierlich liest sich, was Rezensent Volker Breidecker zu diesem Gesprächsbuch schreibt. Nach ausführlicher Würdigung der Person und ihrer Verdienste kommt der Rezensent auch auf ein Thema zu sprechen, in dem vielleicht die Aktualität des Bandes zu finden ist: das "Nomadentum", das Steiner als eine für sich angemessene Existenzform ansieht. Und auf die Frage, wie "Fremde" zu behandeln seien, nämlich als Gäste. Wenn die Menschen nicht lernten, sich als Gäste und Gastgeber zu betrachten, so zitiert Breidecker den greisen Lehrer, werde es "zu schrecklichen ethnischen Konflikten und zu Religionskriegen kommen". Über die Gespräche sagt Breidecker nicht viel mehr, als dass sie auch als Denkbewegungen durch ein "Schlendern" und Umherstreifen" und eine glückliche Kunst der Abschweifung gekennzeichnet seien.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 27.02.2016

Zunächst, so schreibt Mara Delius, sei sie skeptisch gewesen, ob sich ein Denker wie George Steiner überhaupt begreifen lasse anhand eines in Buchform gebrachten Gesprächs, wie es die französische Kulturjournalistin Laure Adler geführt hat. Die Kritikerin fürchtete gar eine "intellektuelle Homestory". Doch die Angst sei unbegründet gewesen, gibt Delius nach der Lektüre zu. Auf einen mit Anekdoten gespickten Abriss von Steiners Leben folge in dem schmalen Band die Aufforderung zum Rückzug ins Denken. Doch dabei sei der Philosoph und Kulturkritiker kein Mann der Intellektualismen, so Delius, seine Liebe zum Wort bleibe stets lebendig und lebensnah. So hat die Rezensentin dieses in ihren Augen "wohlkomponierte Gespräch" ganz offensichtlich mit großem Gewinn gelesen.