Aus dem Englischen von Lina Falkner. Robert Farquharson bekommt sein Leben einfach nicht auf die Reihe. Seit einiger Zeit lebt er getrennt von seiner Familie. Am Abend des Vatertags im Jahr 2005 fährt er die drei Söhne zurück zu seiner Exfrau Cindy, als sein Wagen von der Straße abkommt und in einen See stürzt. Nur er kann sich aus dem Auto befreien ... Tragischer Unfall oder Racheakt - diese Frage wird die australische Justiz und Öffentlichkeit in den folgenden Jahren beschäftigen - und sie wird für Helen Garner geradezu zur Obsession.
Ebenso ergriffen wie verstört hat Barbara Möller Helen Garners "Drei Söhne" gelesen, das sie dem von Truman Capote begründeten True-Crime-Genre zuordnet. In dem zwischen Gerichtsreportage und Dokumentation mäandernden Buch liest die Rezensentin die Geschichte von Robert Farquharson, der seine drei Söhne mit einem inszenierten Autounfall umbrachte und in einem langen Indizien-Prozess zu dreimal lebenslänglich verurteilt wurde. Großartig, wie Garner die Beteiligten porträtiert und wie "schnörkellos" und objektiv sie aus der Ich-Perspektive berichtet, dabei aber eine subjektive, den Leser mitnehmende Ebene hinzufügt, lobt die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Sofia Glasl geht das Buch der Autorin und Journalistin Helen Garner nahe. Den wahren Fall eines australischen Mannes, der seine drei Söhne bei einem vermeintlichen Unfall verliert und dem der Prozess wegen dreifachen Mordes gemacht wird, schildert ihr die Autorin mit viel Hintergrundwissen als Mischung aus Familienporträt, Reportage und Gerichtsthriller, mal sachlich, mal persönlich beobachtend aus der Ich-Perspektive. Den Standpunkt zwischen Gefühl und Objektivität, den Garner einnimmt, nimmt auch die Leserin ein. Vor allem Garners Geduld beim Erarbeiten der juristischen Ebene, findet Glasl bemerkenswert. So lernt sie auch eine Menge über die inszenatorischen Kniffe eines solchen Prozesses und sein zermürbendes Procedere.
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