Herausgegeben von Meike Feßmann, Axel Ruckaberle, Michael Scheffel und Michael Töteberg. Vom Tanz auf dem Vulkan in den 1920er Jahren, von Flucht und Vertreibung und dem Leben im Exil erzählt Bestsellerautorin Gabriele Tergit. Sie war eine der ersten Gerichtsreporterinnen der Weimarer Republik, P.E.N.-Sekretärin, verfolgte Jüdin und Emigrantin. Gabriele Tergit (1894-1982) hat den Grenzbereich von Fakt und Fiktion ihrer Zeit vermessen: politisch, kulturell und historisch, dabei immer die Gesellschaft im Blick, in der sie lebte. Das Heft wirft ein Schlaglicht auf ihr von Brüchen und Zäsuren geprägtes Leben und zeigt die ganze Breite ihrer schriftstellerischen und publizistischen Produktion: von der Weimarer Republik über das Exil bis in die Nachkriegszeit. Neben einer unveröffentlichten Reportage aus dem "Palästina-Konvolut" präsentiert das Heft Beiträge, die u. a. Tergits Feuilletons und Reportagen der 1920er Jahre und ihren Debütroman "Käsebier erobert den Kurfürstendamm" in den Blick nehmen. Ergänzt durch Analysen, die sich anhand bisher weitgehend unbekannten Archivmaterials ihrer Fluchtroute und den facettenreichen im Exil entstandenen Arbeiten - auch im konfliktgeladenen Austausch mit Zeitgenossen - widmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2020
Dieses Heft von Text und Kritik ist im wesentlichen dem zweiten Teil von Gabriele Tergits Leben gewidmet, also der Zeit im Exil und der Nachkriegszeit, erzählt Rezensentin Marie Schmidt. Tergit, in Berlin schon mit Haftbefehl gesucht, floh 1933 vor den Nazis nach London, lebte einige Zeit in Palästina, wo sie offenbar nicht so recht heimisch wurde, und ging dann mit ihrer Familie zurück nach England, lesen wir. Ihre kritische Auseinandersetzung mit dem realen Zionismus und mit dem Exil sowie ihre Arbeit für den Pen waren in dieser Zeit prägend, so Schmidt. Journalistisch konnte Tergit, die in Deutschland als liberale Journalistin und Romanautorin bekannt war, jedoch in England nicht wieder Fuß fassen, erfahren wir.
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