Gerhard Mauz

Die großen Prozesse der Bundesrepublik Deutschland

Cover: Die großen Prozesse der Bundesrepublik Deutschland
zu Klampen Verlag, Springe 2005
ISBN 9783934920361
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In "Die großen Prozesse der Bundesrepublik Deutschland" sind die wichtigsten "Spiegel"-Gerichtsreportagen von Gerhard Mauz aus annähernd 50 Jahren deutscher Rechtsgeschichte versammelt. Ein Lesebuch zur Entwicklung von Rechtsgefühl und Rechtspraxis der Bundesrepublik Deutschland, herausgegeben von Gisela Friedrichsen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2005

Die "fünfunddreißig schönsten Gerichtsreportagen" von Gerhard Mauz findet Gerd Roellecke im Band "Die großen Prozesse der Bundesrepublik Deutschland". Die zwischen 1964 und 1995 erschienenen Reportagen des 2003 verstorbenen Spiegel-Redakteurs machen sich nach Roelleckes Ansicht den "Wiedererkennungseffekt" zunutze. Unter "Versuche, die NS-Diktatur zu bewältigen" könne man sich etwa den Frankfurter Auschwitz-Prozess vergegenwärtigen, unter "Die 68er Jahre und die RAF" begegneten bekannte Namen wie Langhans und Teufel, Ensslin, Meinhof und Baader, der Dutschke-Attentäter Josef Bachmann oder Axel Springer. Im Kapitel "Große Kriminalfälle" berichte Mauz über die Prozesse gegen u.a. Vera Brühne, Jürgen Bartsch, Monika Weimar, Frauenarzt Horst Theissen. Roelleckes Urteil über das Buch fällt etwas zwiespältig aus: einerseits lobt er es als "leicht geschrieben" und spricht vom "unbestreitbaren Lesegenuss", das es bietet. Andererseits kritisiert er den Unterhaltungsaspekt, um dessen willen "alles personalisiert" und "alles moralisiert" werde. Unbehagen hinterlässt der Band bei ihm auch, weil die Geschichten Patina angesetzt haben und nicht mehr ohne weiteres zu verstehen sind. Die 68er-Querelen etwa könne niemand mehr begreifen. Der gesellschaftliche Wandel habe sich auf die Fälle gelegt. "Monatlich die Gruselbedürfnisse eines halbwegs intelligenten Publikums zu befriedigen setzt einen gemeinsamen Kommunikationshorizont voraus", resümiert der Rezensent, "und der hat sich auf seiten des Publikums eben geändert".

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