Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler. Helene Meyer-Franck war Rabindranath Tagores wichtigste Übersetzerin. Ihr Briefwechsel mit Tagore ist ein bewegendes Dokument deutsch-indischer Literaturgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2011
So sehr Thomas Meissner die "herrlich poetische Stimme" des indischen Dichters Rabindranath Tagore schätzt, so befremdlich findet er die übergroße Verehrung, die dem Literaturnobelpreisträger von 1913 in Deutschland einst entgegengebracht wurde. Der nun vorliegende Briefwechsel "Mein lieber Meister", den er im Rahmen einer Sammelrezension anlässlich des 150. Geburtstag Dichters bespricht, scheint ihm ein "seltsamer Briefwechsel". Die Korrespondenz ist nach seiner Einschätzung von Überhöhung und fast kultischer Verehrung geprägt. Vor allem die Briefe der engagierten Tagore-Übersetzerin Helene Meyer-Franck und ihres Mannes Heinrich Meyer-Benfey fallen ihm in dieser Hinsicht auf. So berichtet er, dass sich Meyer-Franck beim Besuch Tagores mit der Jesus erwarteten Maria vergleicht, und hofft, der Dichter werde ihr Haus "heiligen".
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