Helwig Schmidt-Glintzer

Chinas Angst vor der Freiheit

Der lange Weg in die Moderne
Cover: Chinas Angst vor der Freiheit
C.H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406593468
Paperback, 149 Seiten, 10,95 EUR

Klappentext

China macht Angst. Im Bewusstsein des Westens gilt China als Herausforderung der universalen Werte liberaler Gesellschaften. Doch umgekehrt gilt dasselbe: Es sind die freiheitlichen Ideale der westlichen Gesellschaft, die die traditionellen chinesischen Ordnungsmuster erschüttern und ehemals feste Orientierungspunkte auflösen. China hat Angst – vor der Freiheit. Helwig Schmidt-Glintzer untersucht die kulturellen Tiefenstrukturen einer von der Partei bestimmten Nation, in der jede Kritik an der staatlichen Ordnung als Bedrohung ihrer Existenz empfunden wird, und er fragt nach den Vorstellungen von Glück und einem gelingenden Leben in einer Gesellschaft, in der Individualität als fragwürdiger Wert gilt. Er stellt die Eigengesetzlichkeit des chinesischen Modernisierungsprozesses ins Zentrum seiner Überlegungen und zeigt auf, wie sich universalistische Wertbindungen zu den kulturellen und religiösen Traditionen verhalten. Wenn wir verstehen wollen, was der Aufstieg Chinas für uns bedeutet, werden wir fragen müssen: Was bedeutet die Freiheit in China?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

Hewig Schmidt-Glintzers Untersuchung der tieferen Ursachen für das Verhalten der chinesischen Regierung, die jede Kritik als existenzbedrohend empfindet, scheint Rezensent Peter Sturm recht erhellend. Im Rahmen einer Sammelrezension von Büchern, die anlässlich des 60. Jahrestages der Volksrepuplik erschienen sind, attestiert er dem Autor, Verständnis für die Denkweisen der Führung Chinas zu vermitteln, ohne sich opportunistisch anzubiedern. Schmidt-Glintzer macht ihm klar, warum die chinesische Regierung Angst vor der Freiheit hat: sie setzt sie mit Chaos und Zügellosigkeit gleich. Sturm geht in seiner Besprechung auch auf das europäische Freiheitsverständnis ein und sieht hier einen Punkt, wo China von Europa lernen könnte.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.10.2009

Angesichts des wachsenden Interesses an China als Global Player empfiehlt Tilman Spengler vier neue Sachbücher. Mit einer ideengeschichtlichen Untersuchung um die Begriffe "Freiheit" und "Ordnung" nähert sich der Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer China und lässt dem interessierten Rezensenten den zunächst paradox klingenden Titel transparent werden. Glänzend sieht er aus der Kulturgeschichte Chinas die "Angst vor der Freiheit" hergeleitet, und er stimmt dem Autor zu, wenn dieser mutmaßt, dass bei zukünftigen Konflikten mit dem Westen nicht unbedingt die westlichen "Wertmaßstäbe" zu ihrer Lösung die Grundlage liefern werden.

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…