China macht Angst. Im Bewusstsein des Westens gilt China als Herausforderung der universalen Werte liberaler Gesellschaften. Doch umgekehrt gilt dasselbe: Es sind die freiheitlichen Ideale der westlichen Gesellschaft, die die traditionellen chinesischen Ordnungsmuster erschüttern und ehemals feste Orientierungspunkte auflösen. China hat Angst – vor der Freiheit. Helwig Schmidt-Glintzer untersucht die kulturellen Tiefenstrukturen einer von der Partei bestimmten Nation, in der jede Kritik an der staatlichen Ordnung als Bedrohung ihrer Existenz empfunden wird, und er fragt nach den Vorstellungen von Glück und einem gelingenden Leben in einer Gesellschaft, in der Individualität als fragwürdiger Wert gilt. Er stellt die Eigengesetzlichkeit des chinesischen Modernisierungsprozesses ins Zentrum seiner Überlegungen und zeigt auf, wie sich universalistische Wertbindungen zu den kulturellen und religiösen Traditionen verhalten. Wenn wir verstehen wollen, was der Aufstieg Chinas für uns bedeutet, werden wir fragen müssen: Was bedeutet die Freiheit in China?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Hewig Schmidt-Glintzers Untersuchung der tieferen Ursachen für das Verhalten der chinesischen Regierung, die jede Kritik als existenzbedrohend empfindet, scheint Rezensent Peter Sturm recht erhellend. Im Rahmen einer Sammelrezension von Büchern, die anlässlich des 60. Jahrestages der Volksrepuplik erschienen sind, attestiert er dem Autor, Verständnis für die Denkweisen der Führung Chinas zu vermitteln, ohne sich opportunistisch anzubiedern. Schmidt-Glintzer macht ihm klar, warum die chinesische Regierung Angst vor der Freiheit hat: sie setzt sie mit Chaos und Zügellosigkeit gleich. Sturm geht in seiner Besprechung auch auf das europäische Freiheitsverständnis ein und sieht hier einen Punkt, wo China von Europa lernen könnte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 08.10.2009
Angesichts des wachsenden Interesses an China als Global Player empfiehlt Tilman Spengler vier neue Sachbücher. Mit einer ideengeschichtlichen Untersuchung um die Begriffe "Freiheit" und "Ordnung" nähert sich der Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer China und lässt dem interessierten Rezensenten den zunächst paradox klingenden Titel transparent werden. Glänzend sieht er aus der Kulturgeschichte Chinas die "Angst vor der Freiheit" hergeleitet, und er stimmt dem Autor zu, wenn dieser mutmaßt, dass bei zukünftigen Konflikten mit dem Westen nicht unbedingt die westlichen "Wertmaßstäbe" zu ihrer Lösung die Grundlage liefern werden.
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