Henning Mankell

Der Sandmaler

Roman
Cover: Der Sandmaler
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2017
ISBN 9783552058545
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Verena Reichel. Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth dieses fremde Land verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit des Landes, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2017

Noch ganz frei von der Gewalt und Perversion der Wallander-Romane kommt dieser zweite, bereits 1974 erschienene Roman von Henning Mankell daher, informiert Rezensent Hans Christoph Buch. Überhaupt geht es in der Geschichte um die junge und naive Schwedin Elisabeth, die sich in einen linken Lehrer verliebt, äußerst jugendfrei und politisch korrekt zu, fährt der Kritiker fort, dem die schwarzweißen Ansichten des Autors über Kolonialismus in Afrika in diesem Roman etwas zu "holzschnittartig" erscheinen. Die heranwachsende Heldin, die auf ihrer Afrika-Reise einen Kulturschock erlebt, ist allerdings derart einfühlsam und vielschichtig gezeichnet, dass der Rezensent den Roman als Jugendbuch gerne empfiehlt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.08.2017

Einen gewissen Reiz entdeckt Rezensentin Anja Ruf durchaus in diesem bereits 1974 erschienenen und nun auch auf Deutsch übersetzten ersten Afrika-Roman von Henning Mankell. Ganz so fesselnd wie die späteren Romane ist das Buch zwar noch nicht, fährt die Kritikerin fort, die hier dem siebzehnjährigen Stefan, einem "herzlosen Unsympathen" und "Anti-Wallander" und der naiven, sensiblen Elisabeth auf einer vierzehntägigen Afrika-Reise folgt. Die Figuren erscheinen der Rezensentin zwar ein wenig "überzeichnet", auch Mankells politische Botschaft kommt noch wenig subtil daher, meint Ruf. Gespür für die Psychologie seiner Charaktere und "überraschende Beobachtungen" des Alltags in dem nicht näher benannten afrikanischen Land machen die Lektüre aber sehr lohnenswert, schließt die Kritikerin.

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