Herausgegeben von Ilse Somavilla. Seit Jahrzehnten ist der Name Wittgenstein nicht nur Intellektuellen- und Philosophen-Kreisen, sondern auch der breiteren Öffentlichkeit ein Begriff. Doch während mit diesem Namen in erster Linie der Philosoph Ludwig Wittgenstein, in zweiter Linie der Pianist Paul Wittgenstein, darüber hinaus vielleicht auch deren Vater, der Stahlmagnat Karl Wittgenstein sowie die durch ein Porträt Gustav Klimts bekannte Margaret Stonborough-Wittgenstein verbunden wird, gibt es über weitere Mitglieder der Familie vergleichsweise wenig Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2016
Rezensent Helmut Mayer hat die Familienerinnerungen von Hermine Wittgenstein mit Gewinn gelesen. Dass die Aufzeichnungen der ältesten Schwester der acht Wittgenstein-Geschwister bisweilen lückenhaft und literarisch nicht besonders anspruchsvoll sind, darüber hinaus teilweise bereits in die Darstellung von Ludwigs Leben eingeflossen sind, stört den Kritiker wenig. Denn in jedem Fall ergänzen die von Hermine seit 1944 verfassten Erinnerungen das Bild der bemerkenswerten Familie, die viele eigensinnige Charaktere hervorbrachte und ihren unumstrittenen Rang in Kunst und Musik erwarb. Interessiert liest Mayer auch die Passagen, die das Schicksal der jüdischen Familie während des Zweiten Weltkriegs schildern. Nicht zuletzt lobt der Rezensent den ebenso üppigen wie lesenswerten Kommentarteil dieser Ausgabe.
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