Herausgegeben von Ilse Somavilla unter Mitarbeit von Brian McGuinness. Der vorliegende Band enthält die Korrespondenz zwischen dem Architekten, Kulturphilosophen und Literaten Paul Engelmann (1891 - 1965) und Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951), die sich - mit einer längeren Unterbrechung in späteren Jahren - von 1916 bis 1937 erstreckte: eine sich gegenseitig befruchtende Freundschaft, die sich in mannigfachen Gedanken über Literatur, Kunst, Religion und Philosophie widerspiegelt. Neben dem Briefwechsel werden auch Auszüge aus Engelmanns Erinnerungen an Ludwig Wittgenstein wiedergegeben. Das in Zusammenhang mit Wittgensteins Philosophieren so oft zitierte"Unaussprechliche"- das sowohl der Kunst wie der Religion zuzuordnen ist - scheint eines der zentralen Gesprächsthemen der Freunde gewesen zu sein. Paul Engelmann hatte nicht nur die Gabe, Dinge zu formulieren, bei denen es Wittgenstein schwerer fiel, die richtigen Worte zu finden, er besaß auch die Fähigkeit, die Dinge aus der richtigen Perspektive zu betrachten und somit im Alltäglichen das Besondere zu erblicken, das Leben an sich als Kunstwerk zu sehen: mit den Augen des Dichters, des Philosophen und des Architekten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2006
Rundum zufrieden ist Rezensent Matthias Kross mit dieser "vorzüglichen" Edition mit Briefen und Erinnerungen von Paul Engelmann und Ludwig Wittgenstein, die Ilse Somavilla herausgegeben hat. Der Band, der neben den Erinnerungen des Architekten Engelmann an Ludwig Wittgenstein auch bisher unveröffentlichte Briefe bietet, zeichnet sich seines Erachtens durch eine hervorragende Kommentierung und einen exzellenten Begeleitessay von Somavilla sowie durch ein instruktives Nachwort über Wittgensteins Kriegsschicksal und die Verlagssuche für den "Tractatus" von Brian McGuinness aus. Kross unterstreicht Somavillas Beschreibung der Seelenverwandtschaft zwischen Wittgenstein und Engelmann, die sich im Streben nach Klarheit und der Suche nach "Anständigkeit" gezeigt hat. Darüber hinaus würdigt er Engelmanns Ausführungen über Religion und Wissenschaft beim frühen Wittgenstein als "Schlüsseltext" für das Verständnis dieser nicht einfachen Gedankengänge. In diesem Zusammenhang hebt er Engelmanns Warnung vor einer positivistisch bzw. analytisch verengenden Deutung von Wittgensteins Werk hervor, die ihm angesichts der Deutungsgeschichte des "Tractatus" besonders verdienstvoll erscheint.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2006
Helmut Mayer stellt zwei Publikationen zu Ludwig Wittgenstein vor. Der von Ilse Somavilla unter Mitarbeit von Brian McGuinness herausgegebene Band präsentiert die bereits 1967 publizierten, zwischen 1916 und 1937 verfassten Briefe Wittgensteins an Paul Engelmann und dessen bruchstückhafte Erinnerungen an den Philosophen; daneben sind in der neuen Ausgabe die später entdeckten Briefe Engelmanns an Wittgenstein hinzugekommen, wie der Rezensent interessiert feststellt. Ihn beeindruckt vor allem die "Unbedingtheit" im Streben nach "Reinheit und Selbsttransparenz", die aus den Briefen Wittgensteins spricht, die mitunter aber durchaus einen verbissenen Zug annehmen könne.
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