Honore de Balzac

Cousine Bette

Die Rache einer Frau
Cover: Cousine Bette
Matthes und Seitz, Berlin 2022
ISBN 9783751800990
Gebunden, 606 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Nicola Denis. Nie zuvor wurde erotisches Kapital so zielstrebig in Luxusimmobilien und Anleihefonds umgemünzt wie in Balzacs Roman "Cousine Bette. Die Rache einer Frau". Balzac schildert die Verstrickungen, Erpressungen, Kämpfe, Leidenschaften und Eifersüchteleien, die Eitelkeiten der Menschen und ihre Verführbarkeit vor dem Hintergrund eines geradezu barock ausstaffierten Sittengemäldes der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts. Die Jungfer Bette hegt einen tiefen Groll gegen ihre erfolgreichen Verwandten, die sie nach dem Bankrott der von ihr geleiteten Stickerei zu sich nach Paris geholt haben. Als die Tochter ihrer Cousine, die aufopferungsvolle Ehefrau eines alternden, den jungen Frauen verfallenen Barons, sich mit ihrem Liebsten verlobt, begibt Bette sich auf einen von Eifersucht getriebenen Rachefeldzug gegen ihre eigene Familie. Gemeinsam mit einer nach Geld und Einfluss gierenden Kurtisane spannt sie ein dichtes Netz von Intrigen, dem niemand entkommen wird. "Cousine Bette" erzählt dabei nicht nur von den persönlichen Schicksalen der zahlreichen bunten Figuren, sondern verhandelt auch das soziale Drama von Armut und gesellschaftlicher Spaltung sowie die extremen Entwicklungen einer außer Rand und Band geratenen Ökonomie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.10.2022

Rezensent Dirk Fuhrig rät unbedingt zur (Wieder-)Lektüre von Balzacs "Cousine Bette", vor allem in der frischen Übersetzung von Nicola Denis. Denn Denis, die auch das Nachwort verfasste, gelingt das Kunststück, Balzacs Sprache zeitgetreu und doch modern wiederzugeben, gerade auch mit Blick auf Balzacs herrlich boshafte Seitenhiebe auf die vielen eitlen Figuren, freut sich Fuhrig. Er amüsiert sich prächtig, wenn sich "schwanzgesteuerte" Männer und intrigante Frauen in ihrer Gier nach Geld, Macht und Sex zerlegen. Dem Balzacschen Blick in menschliche Abgründe folgt der Kritiker gern - und auch die epochenbedingten Stereotype kann er ganz gut einordnen. Ein Text, so modern wie "Sex and the City" oder "Vernon Subutex", schließt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2022

Rezensent Patrick Bahners kann allerhand herauslesen aus Honore des Balzacs Roman, bzw. aus einer langen Passage über den polnischen Nationalcharakter. In Nicola Denis' Neuübersetzung kommt der "Duktus der Geläufigkeit", der Fluss der Ereignisse, laut Bahners gut rüber und damit die handlungstreibenden "törichten Absichten" der Figuren wie auch der "tragikomische" Unabhängigkeitskampf der Polen. So lernt der Rezensent auch, wie das Böse in die Gesellschaft gelangt: durch eine kleine Nachlässigkeit, einen Zufall.
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